Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 44.1929

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künde dient. Auch die Kunst- und Kunstge-
schichte der badischen Seegegend kommt nicht
zu kurz. Dr. Ginter behandelt Alt- und
Neubirnau, schreibt über Leben und Schas-
sen des St. Galler geistlichen Kunsthistori-
kers Dr. Fäh, mehrfach über Pfullendorfs
Pfarrkirche, Kanzel, Hochaltarbilder u. a.
Württembergisches berührt die Biographie
I. B. Kellers von Salem, des ersten Rot-
tenburger Bischofs.

Nach dem Patriarchen der Beuroner
Klosterzelle, P. Desiderius Lenz, dem
Gründer der Beuroner Kunstschule, ist nun-
mehr in ähnlich hohem gottbegnadeten Alter
der Senior des Einsiedler Konvents, Pater
Albert Kuhn hingeschieden, nach dem
Künstler der Kunftforscher im Benediktiner-
habit. Wie dem schwäbischen Ordensmann
war es auch dem Schweizer Benediktiner
beschieden, in körperlicher und geistiger Rü-
stigkeit den 90. Geburtstag unter Anteil-
nahme weitester Kreise zu feiern am 26. No-
vember 1928. Der einst vor vielen Jahren
für Mitteilung von Corrigenda zum Kulm-
scheu Monumentalwerk aus seinen Spezial-
arbeitsgebieten rührend aufrichtigen Dank
des greisen Meisters in kräftigster Hand-
schrift erfahren durfte, ruft heute ins stille
Grab der Mcinradszelle aus der Heimat des
Stifterbeiligen sein Have pia anima nach
als Dank für alle langen treuen Dienste,
die der Lehrer der Ästhetik (65 Jahre an der
Einsiedler Klosterschule), der Verfasser
Weltruf genießender kunstgeschichtlicher
Werke (Roma 1. A. 1877; Allgemeine
Kunstgeschichte seit 1891, Diözesankunst-
vereinsgabe; Grundriß der Kunstgeschichte
1925; P. Rudolf Blättler; P. v. Desch-
manden u. a.), der künstlerische Berater bei
Kirchenbautcn und Restaurationen der Ars
sacra gewidmet hat.

Die Deutsche Gesellschaft zum Studium
Ofteu r o p a s veranstaltet in Berlin, spä-
ter auch in Frankfurt und anderen Städten,
eine Ausstellung allrussischer Malerei im
Kunstgewerbemuseum, Prinz - Albrecht -
Straße 7, vom 18. Februar bis
10. März bei freiem Eintritt dank der
Liberalität (oder Propaganda) des Volks-
bildungskommiffariais der Sowjets, und
Vorträge von Fachmännern aus Rußland
und Deutschland über das kunst- und kultur-
historisch hochinteresiante Gebiet in der
Staatlichen Kunftbibliothek (Prinz-Albrecht-

Straße 7 a) der Ikone vom 12. biö
18. Jahrhundert. Mit freudigem Dank
registriert der Besitzer zweier solcher
Ikone (Madonna und Anastasius) diese
ehrenvolle Einladung, die er seiner Bespre-
chung des Trubetzkoyschen Merkchens über
russische Ikonen (A. ch. K. 1928, S. 29 f.)
verdankt. Intereffenten, auch unter den
optimistischen Vertretern der orientalischen
und klassischen Kirchenunion, seien auf die
seltene Gelegenheit hingewiesen. A. OX

Die vielen Romfahrer und Katakomben-
besucher seien auf die literarische Ehrung
des hervorragenden Kenners der Roma
sotterana, P r ä l a t W i l p e r t, zu seinem
70. Geburtstag aufmerksam gemacht:

Römische Quartalschrift für christliche Al-
tertumskunde und für Kirchengeschichte.

Begründet von Anton de Waal. Her-
ausgegeben von Dr. Ioh. Peter
Kirsch, Professor in Freiburg in der
Schweiz, Direktor des päpftl. archäo-
log. Instituts in Rom, für Archäolo-
gie, Dr. Emil Göller, Professor in
Freiburg i. Br., für Kirchengeschichte,
und Dr. Emmerich David, Rektor des
Kollegiums am Campo Santo in
Rom. Ler.-8". Freiburg im Breisgau,
Herder.

XXXVI. Bd., 1. u. 2. Heft: Dem
hochwürdigsten Herrn Dekan der Apo-
stolischen Protonotare und Professor
am päpstlichen archäologischen Institut,
Joseph Wilpert, dem langjährigen
Mitarbeiter der Römischen Quartal-
schrift zum 70. Geburtstage II. u. S.
1 — 148; 3 Tafeln). 1928. Preis des
ganzen Bandes (Heft 1—4) 16 Mk.

Inhalt: I. P. Kirsch, Der Ideengehalt
der ältesten sepulkralen Darstellungen in den
römischen Katakomben. — Arthur Allgeier,
Die Psalmenzitate in der Vulgata des
Neuen Testamentes. — Pio Ceni, Docu-
menti inediti su Guido „quondam
Bullator Pape Innocentii 111." — Hein-
rich Otto, Benedikt XII. als Reformator
des Kirchenstaates. — Kleinere Mitteilun-
gen: Theodor Klauser, Zwei übersehene Ca-
tbedrae in römischen Katakomben. — Emil
Göller, Aus einem Hamburger Pfründepro-
zeß unter Klemens "V . im Jahre 1512.

Anzeiger für christliche Archäologie Nr.
XBIV (I. P. Kirsch). — Rezensionen.

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