Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 44.1929

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Literstur.

Deutsche Kunstführer. Hg. v. Hauptkon-
servator Dr. Feulner-München. Perlag
von Dr. B. Filser-Augsburg, karto-
niert, illustrierte)

Nr. 5 Reichsabtei Ochsenhausen von

M. Schesold Mk. 2.—

„ 12 Zwiefalten von E. Fiechter
Mk. 2.—,

„ 16 Kloster Hirsau von A. Mett-
ler Mk. 2.—

„ 18 Kloster Elchingen von F. I.

Hagel Mk. 2.—,

„ 17 Kloster Schäftlarn im Isartal
von R. Hoffmann Mk. 2.—.

„ 20 Der Dom zu Fulda von K.

Freckmann Mk. 3.—.

Es ist eilt verdienstliches Unternehmen
des rührigen Verlags Dr. Benno F i l -
s e r in Augsburg, aus dem reichen Stoff
der amtlichen Kunftinventare, die für den
Laien zu teuer und unhandlich sind,
kleine „Kunstführe r" herauszufchä-
len, die in ihrer vornehmen Ausstattung
und mit ihrem feinen, fast erschöpfenden
Bilderschmuck für den Besucher solcher
Kunststätten als Reisebegleiter oder An-
denken willkommen sind. Unter den ersten
20 der seit 1925 rasch folgenden Bänd-
chen sind württemb.ergische Klü-
fte r besonders reich vertreten, je bear-
beitet von berufenen Federn, so Wib-
lingen (vom Herausgeber Dr. A. Feul-
ner), Maulbronn (W. R. Deusch), Blau-
beuren (I. Baum), Ochsenhausen und
Obermarchtal (M. Schefold), Bebenhau-
f.en, Alpirsbach und Hirsau Fl. Mettler),
Zwiefalten (E. Fiechter). Bei dem mäßi-
gen Preis (2 Mk., bei Blaubeuren 2.50
Mk.) werden sich die Hefte rasch einbür-
gern und keine Kunststätte von Rang
wird künftig mehr eines „Filferführers"
entbehren dürfen.

I Der Abdruck dieser und ff. Besprech-
ungen ist von der Redaktion über % Jahre
lang immer wieder vergeblich angefordert
worden.

Band 5 ist dem Benediktinerkloster
Ochsenhausen gewidmet, beschrieben
von Dr. Max Schefold, Museums-
assistent in Ulm, der gleichzeitig als Bd. 6
das Prämonstratenferkloster Obermarch-
tal bearbeitet hat. Beide zeichnen sich da-
durch aus, daß sie feit der Aufhebung
fast unversehrt erhalten sind. Während
aber Marchtal ein reines Bild der Ba-
rockzeit bietet, zeigt Ochsenhausen auch
bedeutsame Proben älterer Stilsormen,
so den ganzen Rohbau der spätgotischen
Münster-Basilika und die wundervolle
Holzarchitektur des Th. Heidelberger von
1583 in der Prälatur. Für beide Schrift-
chen bot das württ. Kunstinventar eine
gute Grundlage, das dem Kloster Ochsen-
hausen 41 Seiten mit 48 Abbildungen
widmet, wovon natürlich auf 16 Seiten
niit 30 Bildern nur ein Auszug gegeben
werden konnte. Doch enthält die Schrift 6
bisher unveröffentlichte Aufnahmen von
Barockgemälden des I. G. Bergmüller
und I. A. Huber. Zu bemerken ist, daß
der Gründer des Klosters nicht von
Wolpertswende bei Ravensburg stammt,
wie auch in der Landesbeschreibung von
4907 irrig angegeben ist, sondern von
dem gleich weit entfernten Wolfert-
schwenden bei Grönenbach.

O. Häcker, Ulm.

Der Mitarbeiter an dem neuesten, das
Oberamt Münfingen behandelnden
Band der Kunst- und Altertumsdenkmale
in Württemberg 1926, der Stuttgarter
Professor Dr. Ernst Fiechter, war
wohl der berufenste Fachmann, dem die
Beschreibung des bedeutendsten Denk-
mals des schwäbischen Spätbarocks über-
tragen werden konnte. Den eng zusam-
mengedrängten Text begleiten 4 Pläne
und 16 trefflich wiedergegebene Ansich-
ten vom Aeußern und Innern des Zwie-
falter Münsters, eines Meisterwerks des
Münchener Kirchenbaumeisters I. M.
Fischer (1701—1766). Rach den histo-

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