Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 44.1929

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altchristliche Basilika St. Matthias, den
Egbertschrein und den Ada- oder Egbert-
kodex, von den Kleinkunstwerken in
Elfenbein zu schweigen. Mit gewissen-
hafter Berücksichtigung der neuesten For-
schungen werden auch Baukunst, Malerei,
Plastik und Kunstgewerbe der romani-
schen und gotischen, der Renaissance-
und Barockzeit behandelt und manches
gar nicht oder wenig bisher gewürdigte
Denkmal in Bild und Wort vorgeführt.
An einzelnen Marksteinen der künstleri-
schen Entwicklung Triers verweilt der
Verfasser länger, als es sonst die Fülle
der Kunstdenkmäler aus allen Epochen
gestattet, so beim Egbertschrein, Dom,
Liejbfrauenkirche (eine der ersten goti-
schen Hallenkirchen), St. Matthias, St.
Paulin. An Egid Beitz haben wir einen
der sachkundigsten Führer durch die zwei
Jahrtausende Trierscher Geschichte und
Kunst. Mit finanzieller Beihilfe der
Stadt hat Dr. Filsers Verlag dem Werk
eine so glänzende Ausstattung (88 Tcu
feln mit 112 Autotypien und 12 Text-
abbildungen) bei solch mäßigem Preis
mitgeben können. Wir wünschen auch
in unserem Leserkreis diesem wie den
kleineren Dr. Filserschen Kunstführern
weite Verbreitung, auf daß in der gegen-
wärtigen unheimlichen Ueberflutung
mit religiösen und halbreligiösen Trak-
tätchen, mystischen und pseudomystischen
Schriften aus Hunderten von weltlichen
und klösterlichen Winkeldruckereien und
Winkelverlagen das Interesse an den
großen Kulturschöpfungen kirchlicher und
bürgerlicher Vergangenheit nicht vollends
weggeschwemmt und die paar Verlage
des katholischen Deutschland, die uns
jene aus kraft- und saftvoller Vorfahren-
gläubigkeit geflossenen Schätze an Kunst
und Dichtung vermitteln, an den Folgen
jener auf dem Magdeburger Katholiken-
tag (Herbst 1928) beklagten, wissenschaft-
lich und künstlerisch meist minderwertigen
Ueberproduktion verbluten. Dixi et sal-
vavi animam meam, hat einmal Prof.
Dr. Paul Koppler am Schluß einer ähn-
liche Mißstände im überwuchernden homi-
letisch-aszetischen Schriftbetrieb geißelnden
Rezension der Lit. Rundschau (Freiburg)
ausgerufen. A. R.

Kunstgabe des Vereins für christliche
Kunst im Erzbistum Köln. 1928.
Herausgegeben im Namen des Vor-
standes von Wilhelm Neuß. Verlag
von Dr. Benno Filser, Augsburg-
Köln. 4". 32 S., 8 Phototypien, eine
farbige Reproduktion.

Die heurige Vereinsgabe des Köl-
ner Brudervereins ist so bedeutsam, daß
wir ihr einen eigenen Artikel im
„Archiv" widmen werden. Hier sei nur
der Inhalt in kurzer Uebersicht mitge-
teilt. W. N e u ß behandelt eine Neu-
erwerbung des Diözesanmuseums, eine
Anbetung des Christkinds aus der Werk-
statt Lochners, und gibt in der Bildana-
lyse, Stilkritik und Einpassung in die
geistigen Zeitströmungen eine vorbildliche
Leistung. K a r l i n g e r (Aachen) äußert
sich über „Tradition und Stil" auf Grund
eines sehr umfangreichen Materials in
packender Form. Dr. ing. Pirlat
(Aachen) stellt seine reiche praktische Er-
fahrung in den Dienst einer Unter-
suchung über „Eisenbetonbauweise und
Kirchenbau". Den Schluß bilden interes-
sante und gerade für unsere Diözese
wertvolle Mitteilungen zum fünfundsieb-
zigjährigen Pereinsbestand und über die
Kölner Diözesanmuseumspraxis. Der
Herausgeber hat auf engem Raum vieles
gebracht und kann darum jedem etwas
bringen. I. Rohr.

Erde und Ewigkeit. Bilder von Hans
Franke. 28 Bilder auf Kunstdruck-
karton. 3 S. Text. Mappe. Franke,
Habelschwerdt. 7.50 Mk.

Wie ein Wanderer zwischen 2 Welten
weiß der schlesische Meister Hans Franke
schauend u. schaffend Erde u. Ewigkeit
zu verbinden. Sinnbilder dieser echten
Religio eines gottbegnadeten Künstlers,
des Enkels des Begründers des Habel-
schwerdter Perlagshauses Franke, sind
die 28 Blätter unserer vornehmen Kunst-
mappe, im Format 28 X 20 Zentimeter,
18 einfarbige, 10 mehrfarbige. Land-
schaftsbilder vom Oberhein, vom Schwarz-
wald, von der Glatzer Heimat, vom Elb-
gestade, von Flandern übergießt der
träumerische, versonnene Ernst, die dich-
terische Phantasie des schlesischen Malers
mit dem visionären Licht einer höheren

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