Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 44.1929

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Möge mit Gottes Gnade der Dichter un-
ter den Malern, der Maler unter den
Poeten im siebten Jahrzehnt seines
Lebens ebenso jung bleiben wie seine
Kunst sugendfroh ist und jugendfroh
macht! * A. N.

Im Dürerjahr hat der bekannte F. A.
Ackermanns Kunstverlag München
(N.W. 13) ein weiteres Dürerwerk in
seiner „Universalgalerie klassisch. Kunst"
erscheinen lassen, die Randzeichnungen
zum Gebetbuch Kaiser Maximilians sind
in 24 farbigen Kunstkarten (1 ü 20 Psg.,
12 zu Mk. 1.80) in orginaltreuer, künst-
lerisch u. techn. vollendeter Wiedergabe im
handlichen Postkartenformat hernusgege-
ben. Als Lehrmittel, als Wandschmuck,
als Projektionsblatt für den Epifkop
durchaus brauchbar und empfehlenswert.
*

In „Maria mit den Einsiedlern" hat

Georg Poppe, der schlesische Trübner-
schüler, einen Madonnentyp in moder--
nisierter Altkölner Art eines Stefan
Lochner geschaffen, voll poetischer Auf-
fassung, köstlicher Fabulierlust und zarter
Anmut. Der Verlag K ö s e l - P u st e t
in München hat von Poppes Madonna
einen Fünffarbendruck' in großem For-
mat (22X27 cm) zu Mk. 1.75 und in
kleinerem (14X17,5 cm) zu Mk. 1.—
herausgegeben, ein wertvolles und sehr
preiswertes Kunstblatt für Schule und
Haus. :t

Auf das erste Vierteljahrhundert
reichster Editionstätigkeit auf dem Ge-
biete der Kunst u. Kunstgeschichte konnte
am 19. Mai 1929 der M ünchener
Verlag R. Piper zurückblicken. Was
der rühmlichst bekannte Verlag in die-
ser verhältnismäßig kurzen Lebens-
spanne aus dem Gebiet der schönen Li-
teratur, Philosophie, Musik veröffent-
licht hat, wird noch übertroffen durch die
hervorragenden Kunstpublikationen wie
durch die Faksimile-Reproduktionen. Auf
beide, fast alle Epochen der Kunstge-
schichte umfassenden literarischen und
graphischen Veröffentlichungen des Ver-
lags seien unsere Leser hingewiesen. Pi-
pers Kunstkalender 1929 bietet eine
reichhaltige Iubiläumsschau über die

wichtigsten Verlagswerke, unter denen
Lübbeckes Plastik des Dt. Mittelalters,
Wölfflins Dürerzeichnungen, Hägens
Grünewald und Baldung, Feulners P.
Bischer, Dvoraks Kunstgeschichte als
Geistesgeschichte aus der stattlichen Reihe
von Meisterwerken für uns vor allem in
Betracht kommen. Vier Besprechungen
folgen. ' *

Während die verschiedenen Ausgaben
des Misfale Romanum, vor allem die
Schottischen, die liturgische Bewe-
gung aus begreiflichen Gründen mehr
bei den oberen und mittleren Schichten
pflegen, sind die K l o ft e r n e u b u r -
g.e r M e ß t e x e, je 16 S. für alle
Sonn- und Festtage, jährlich ca. 90 Heft-
chen ü 2,5 Pfg., sowie die gleich ausgestat-
teten Heftchen: Liturgisches Wochenblatt:
Lebe mit der Kirche 16° 32 S. auf jeden
Sonntag k 30 Pfg. einzigartig geeignet,
sie in die Massen des Volkes zu tragen.
Wahrhaftig ein volksliturgifches Apo-
stolat, das die Chorherrn von Kloster-
neuburg bei Wien von Woche zu Woche
ausüben! *

Neue Tauschverkehrschriften.

Der jeßige Schriftleiter darf neben
den vielen unerfreulichen Erfahrungen
über heimischen Kunst-, Literatur- und
Geschäftsbetrieb als einen der tröstlichsten
Erfolge buchen, daß das unansehnliche
Rottenburger Diözesankunstvereinsorgan
dank persönlicher Beziehungen mit dem
Auslandsdeutschtum und seiner Kultur-
arbeit mehrfach Fühlung genommen und
bekommen hat. Nach dem Straßburger
Jahrbuch, Zeitschrift für elsässische Kir-
chengeschichte (s. Archiv f. chr. K. 1928,
S. 106) meldete sich der Süden, das nicht
weniger unglückliche Südtirol, dessen
deutschsprachige Zeitungen und Zeitschrif-
ten eine um die andere den Opfertod
sterben mußten auf dem Altar des neuen
Vaterlandes. Dr. Rudolf Marfoner, der
inzwischen leider im Alter von 29 Jah-
ren nach einer Operation in Gries zu
früh geschieden, und Dr. Karl Mayr be-
gründeten als Sammelstelle deutscher Ge-
schichts- und Kunstforschung im „Hoch-
etsch" 1927 das „Bozen er Jahr-
b u ch", das bei der steten Unsicherheit

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