Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 44.1929

Seite: 81
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Kreuzauffindung (Hochrelief, 38 ein hoch, 83 cm breit) kommt vielleicht vom
gleichen Meister und gehört wahrscheinlich zu dem Grandsoner Altar, es stellt
die Legende von der Auffindung des hl. Kreuzes durch Kaiserin Helena dar;
zugegen ist auch Konstantin im Widerspruch mit der Legende. Die Toten-
erweckung als Zeichen des echten Kreuzes Christi füllt die Mitte der Szene.

Die Brustbilder Karls V. und seiner Gemahlin Jsabella: Profilbildnisse
in Halbrelief ohne Grund (20 :16 cm, Lindenholz) sind deutsch, vielleicht nieder--
schwäbischer Herkunft, um 1520 entstanden, vielleicht Teile einer Möbelfüllung.")

Antwerpische P a s s i o n s f i g u r e n, holländische Reiter- und Krieger-
figuren in Eichenholz (Tfl. 62 und 63), Buchsbaumfigürchen und Tonbüsten
(Tillys Porträt?) übergehend erwähne ich hier nur das Bildnis des M. Flacius
Illyrikius (Francowitz, prot. Theologen) in Papiermasse, von Albert von Soest
um 1570 angefertigt.

Aus den Bildwerken des 18. Jahrhunderts dürfte die höchste Rote bean-
spruchen die signierte elfenbeinerne Statuette (35 cm hoch), Madonna des
Simon Troger von Haidhausen bei München (t 1769). Maria steht auf
der schlangenumwundenen Weltkugel, das nackte Kind in den Händen; früher
hatte das Kind ein langes Kreuz in den Händen, dessen unteres Ende in einen
Speer auslief und der Schlange in den Rachen ging.")

Eines der jüngsten Stücke ist die Beweinung C h r i st i, Hochrelief, in
Lindenholz (45 cm hoch, 28 cm breit) von Paul E g e l l aus Mannheim 1691
bis 1752, Schüler des Balthasar Permoser in Dresden, ein Merkchen, das den
vollendeten Geist und die unfaßliche Schönheit dieses letzten Jahrhunderts einer
ganz großen Kunst wie auf einmal enthüllen möchte".") (Schluß folgt.)

48) Spring (S. 32, Abb. 4415), erinnert an die Kachelmodelle in der Gmünder Alter-
tümersammlung.

49) Spring S. 38, Tfl. 65; Th. Hampe, Gartenlaube 1905.

50) Spring S. XIV. Tfl. 66 (letzte Nr.!) Demmler, der Bildhauer Ggell in M. Jahrbuch
der christl. Kunstsammlungen 43 (1927) S. 137 ff.

K u nst und Religion.

(Bekenntnis eines Birchenmalers.)

„Gott gebe mir Gnad, ick bau mit Wahrheit sagen,
dah mir nichts am Herhen tigt als seine Rllerhegste Ghre
durch dises Werckh zu verherrlichen."

Franz Anton Bdaulbertsch,

Barockmaler aus Langenargen 1724—1796
im Brief an Bischof Sgily ca. 1795 (vgl. Stadel-Jahrbuch 1924 S. 174 kl. 1).

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