Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 44.1929

Seite: 89
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Abb. 4: Blick auf Mittelschiff und We st empöre.

Auf Ornamentmalerei konnte so fast völlig verzichtet werden,
abgesehen von der Eingangshalle mit ihren Symbolen an der Pfeilerwand,
Kelch, Rosen, Disteln, Kreuz und dem Lichtstern am Chorbogen. Mit figür-
licher Malerei an den hiefür nicht ungünstigen Schiffswänden konnte erst ein
Anfang gemacht werden, eine Probe aus dem neuen Kreuzweg Schenks
ist vom Meister der Chorfresken an die rechte Seitenwand gemalt worden, die
sechste Station: Jesus gibt Veronika das Schweißtuch mit seinem Dulderantlih
zurück. An die Wucht und Kraft des R ö h l i n g e r Kreuzwegs, des Bahn-
brechers für modernste Kirchenmalerei in der Diözese Rottenburg, reicht dieser
Vertreter des Baienfurter Frieses zwar nicht hin; die dort und damals gemachten
Erfahrungen werden wohl den Maler zur Milderung des krassen Realismus
im Röhlinger Freskenfries bestimmt haben. Wie auch immer die Stellungnahme
des einzelnen zu diesem Erstlingswerk Schenkscher Kirchenmalerei ausfallen mag,
jedenfalls würde der Röhlinger Kreuzweg in der kongenialen Umgebung des
Baienfurter Kircheninnern, seiner harmonischen, architektonischen, plastischen
und malerischen Neugestaltung weniger Gegner oder rascheres Verständnis

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