Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 44.1929

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8. Zwei kleine Nebenleuchter.

9. Zwei Magnusstäbe.

10. Eine Kapsel zu den Reliquien des heiligen Vinzenz.

11. Eine Kapsel zu den Reliquien des heiligen Johann Nepomuk.

12. Zwei Meßbücher, mit Silber beschlagen.

13. Eine schöne, teils kupferne, teils silberne, vergoldete, mit Steinen ver-
zierte Monstranz. Dieselbe stammte aus dem Mutterkloster Weißenau.

(Vergleiche die beim früheren Kameralamt gelegenen Acta betr. Inventarium
über sämtliche Gebäude und Fahrnisstücke der Herrschaft Schussenried und
Weißenau, welche im Jahr 1809 von der Krone Württemberg konfisziert und
also von derselben übernommen worden.) Mit diesen amtlichen Angaben
württembergischer Beamten decken sich auch die Notizen, welche von dem letzten
Schussenrieder Konventualen und nachmaligen Pfarrer Laurentius Löwe
herrührench.

Außer den genannten Wertstücken haben auch noch andere Kostbarkeiten,
die aus dem Silberschatz von Weißenau in die Sakristei zu Schussenried
transferiert worden waren, den Weg an den Nesenbach gefunden. Dies waren:

14. Drei silberne Kelche und

15. Das Silberbeschläg von zwei Meßbüchern.

i) Einige Ergänzungen bietet P. Beck im A. f. chr. K. 189t, S. 79 f.: Der Kirchenschatz
der Klosterkirche zu Schussenried und wird selbst wieder durch die wertvollen chronikalischen
Auszüge des um Soreths Geschichte hochverdienten Verfassers, des Entdeckers des Meisters
des Chorgestühls (1893) ergänzt. D. Red.

Literatur.

Architekt Otto Linder, Neue Kirchenbau-
ten mit Vorwort von Eugen Ehmann,
Fol., 72 S., 1926, Hannover-Stutt-
gart, Atad. Verlag Dr. Wedekind.
Or. Ppbd. Mk. 5.—.

Ein glänzenderes graphisch-literarisches
Denkmal seines Schaffens hat bis jetzt
kein heimatlicher Kirchenbaumeister im
Umkreis des Bistums Rottenburg er-
halten, wie es Otto Linder im 1. Band
der „Architektur der Gegenwart" von
Dr. ing. Eugen Ehmann gewidmet wurde.
Ausgezeichnete photographische Aufnah-
men ausgeführter Bauten Anders von
Dr. Lossen-Feuerbach, Pläne und Ent-
würfe auch nicht zur Ausführung, ge-
langter Kirchen, Kloster- und Profan-
bauten sind nach Klischees der A. Krämer-
schen Kunstanstalt in Doppeltondruck
mit Spezialfarben der Fa. Käst und
Ehinger in Stuttgart mit dem feinsin-
nigen dreiseitigen Vorwort Dr. Ehmanns
zu einem stattlichen Band vereinigt. Was

uns an dem nur 7 Jahre umfassenden,
staunenswert reichhaltigen „Werk" An-
ders besonders anspricht, ist neben den
von Ehmann hervorgehobenen raum-
künstlerischen Vorzügen, die poesievolle
Einfühlung des Baus in die Landschaft.
Daß dieses Anpassungsvermögen an den
kleineren Bauten in Kuchen, Degenfeld,
auch Gosbach sich besonders bewährt hat,
mag die ungebrochene Stärke des Ver-
wurzeltseins im Heimatboden bei dem
jungen Stuttgarter Architekten beweisen.
Das Anpassungsvermögen an die Tradi-
tion, das gegebene ehrwürdige Alte bei
Um- und Anbauten wie in Gosbach,
Oberndorf a. N., Hohentengen u. a. hat
jedoch das Schöpferische bei kirchlichen
Neubauten wie Baienfurt, Sießen, Mühl-
acker nicht behindert und der Gestaltung
der Raumform nach Maßgabe des neuen
Baustoffs die Wege freigelassen. Ob die
freilich in jeder Hinsicht schwierige Auf-
gabe in Oberndorf die beste aller mög-

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