Archiv für christliche Kunst: Organ des Rottenburger Diözesan-Kunstvereins — 44.1929

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Desselben Verfassers „C hriftliche
Lebenskunde" bietet den Zöglingen
der Berufsschulen (78 S. Mark 0.90)
einen lebenskundigen Führer durch Welt
und Kirche, Familien- und Wirtschafts-
leben. Kein lebenswichtiges Pflichten-
gebiet scheint übergangen. Könnte nicht
unter den Mitteln der natürlichen
Veredelung oder unter der großen Zahl
der genannten Berufe auch Kunst und
Künstler ein Plätzchen eingeräumt wer-
den? Fünf Bilder in etwas veralteter
Reproduktionsform zieren das praktisch
brauchbare Büchlein.

Rur eine gottbegnadete, leiderfahrene
Dichterin wie Henriette Brey kann
eucharistische Gedanken in so feinsinnigen
Erwägungen und so anschaulicher Dar-
stellung im Anschluß an 18 Bilder aus
Jesu Leben bieten. „Von ewiger
Liebe" betitelt sie das neue Büch-
lein, das wie ein ewiges Licht persön-
liche Andachtsglut wiederstrahlt und so
innige Andachtsstimmung bei andern zu
entzünden vermag (12°. 184 S. Frei-
burg. Herder 1926. Lwd. Mk. 3). Sin-
nige Symbolzeichnungen eröffnen jedes
der 18 Kapitel.

An die vornehmste Quelle religiöser
Inspiration für christliches Kunstschaffen,
die oft wenig ausgemünzten Lebenswerte
der Bibel, führen zwei Bücher, die
wie alle bisherigen Veröffentlichungen
des kath. Akademikerverbands auf be-
achtenswerter Höhe, nach Inhalt und
Form gemessen, sich halten. ?. Thaddäus
S o i r o n 0. 1". M., der bekannte Pa der-
borner Franziskanerlektor, Herausgeber
der Zeitschrift: „Kirche und Kanzel" und
der „Neuteftamentlichen Predigten",
der vor letzten Herbst die Palästina-
forschungsreise mit dem römischen Bibel-
institut mitmachte u. nach deren Abschluß
in Kairo eine kritische Novemberwoche mit
mir freundschaftlich zu teilen die Güte
hatte, hat aus dem Schatz feiner gründ-
lichen exegetischen Kenntnisse eine Perle
veröffentlicht unter dem Titel: Das
h l. B u ch. Anleitung zur Lesung der
hl. Schrift des Neuen Testamentes (Frei-
burg, Herder 1929. 8°. 152 S. Br. Mk. 3).
Die klaren Darlegungen über drei Me-
thoden der Schriftlesung (kursorische,

systematische, pragmatische) begleiten
Beispiele praktischer Auslegung, die zu
selbständiger Auswertung des Reichtums
biblischer Weisheit anleiten wollen.
Eine ebenso wertvolle Ergänzung dieser
neutestamentlichen Einführung bietet des
Braunsberger Professors Dr. Lorenz
Dürr gleichzeitig ebenda erschienenes
Buch: Religiöse Lebenswerte
des Alten Testamentes (8°.
156 S. br. 3 Mk. Lwd. Mk. 4.20). Neben
der religionsgeschichtlichen Bedeutung
und dem Gegenwartswert werden von
einem Fachmann die überzeitlichen Le-
benswerte des A. T. dargelegt mit den
schönsten Proben alttestamentlichen
Schrifttums. Unter solch sachkundiger
Führung, die wir gern auf alle einzelnen
Bücher der Hl. Schrift ausgedehnt wis-
sen möchten, können und müssen Kunst-
berater, Kunstbesteller und Künstler nicht
nur mit dem Buchstaben, auch mit dem
Geist des Gotteswortes vertraut werden.
Beide Handreichungen zur Bibellefung
seien besonders schaffenden Männern der
christlichen Kunst empfohlen, wo manch-
mal vergeblich nach dem Besitz dieses
einen notwendigsten Buches gefragt
worden fein soll. A. N.

Ars sacra. Schweizerisches Jahrbuch für
christliche Kunst. Annuaire Suisse
d’art sacre. 1929. 8°. 62 S. 24

Tafelbilder. Basel, (Schifflände 2),
Gebr. Heß.

Rührige Kräfte sind in der Schweiz,
der deutschen wie der französischen, am
Werk, die moderne Kirchenkunst zu heben,
von deren Dekadenz ein Mitglied der
das Jahrbuch herausgebenden 8o6i6tas
8. Lucae, Alexander Cingria, ein flam-
mendes Buch in französischer und deut-
scher Ausgabe kürzlich in die Welt
hinausgesandt hat (s. Arch. f. chr. K.
1928 S. 28). In Wort und Bild bietet
der neue Jahrgang treffliche Beiträge zur
Lösung der zahlreichen Probleme der
Gegenwartskunst, ohne Extravaganzen
einzelner übermoderner Expressionisten,
um die auch in der Schweiz heftiger
Kampf vor Jahren tobte, zu bieten.
Mayenberg, der vor dem Krieg in
Deutschland viel gehörte und bewunderte
Redner auf Katholikentagen, behandelt

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