Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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Feldstein überzogen sind; vielleicht sind sie die Schlüssel zum rätsel-
haften Vorkommen von Porphyrstücken im rothen Todtliegenden.
Einzelne Ablagerungen des rothen Todtliegenden finden sich auf
dem Schloß und im Schloßgraben, dem gesprengten Thurm
gegenüber. Es reicht abwärts vom Schloßberge auf der nach
Westen gekehrten Seite und wurde in Kellern und Brunnen-
stuben unfern der alten, nach der Kettengasse ziehenden Stadt-
mauer gefunden. Auch am „kurzen Buckel" finden wir dies Ge-
stein, sowie in der Richtung des nach dem Wolfsbrunnen ziehenden
Weges.
Das Pflaster mancher Straßen der Stadt enthielt meist Por-
phyrstücke, die, wegen ihrer Härte, vor dem Granitpflaster, das leichter
abnahm und ausgefahren war, hervorstanden und eine bedenkliche
Unebenheit des Pflasters verursacht hat; was auch jetzt noch bezüglich
der Straße der Bergstadt gilt. Vielleicht waren die Porphyre,
die dem Schloßgraben bei dessen Anlage entnommen wurden, das
älteste Pflasterungsmaterial.
Das rothe Todtliegende hat eine Mächtigkeit von etwa 30 Fuß.
Ueber diesem Steingebilde findet sich in der Nähe des Pavillons
eine kleine, 2—3 Fuß mächtige Schichte von Zechstein-Dolomit,
welche gleichfalls Porphyrfragmente einschließt. Der Zechstein-Dolomit
ist mehr oder weniger verwittert und geht allmälig in das rothe
Todtliegende über. Beim Abteufen eines Bohrloches, zur Gewinnung
eines artesischen Brunnens, 300 Fuß unter dem Neckarspiegel; ebenso
im Sommer 1842, beim Graben des Fundaments eines Hauses in
unmittelbarer Nähe der Brücke auf dem rechten Neckarufer und in
ziemlich gleicher Höhe mit dem Neckarspiegel, — traf man Zechstein-
Dolomit. Ferner scheint derselbe auf einem Punkte am Wolfs-
brunnenwege vorzukommen, wenigstens deuten häufige Rollstücke
darauf hin. Endlich erscheint derselbe am rechten Neckarufer in
lose umherliegenden Stücken, die Abdrücke einer Avicula-Art enthalten.
Das Vorkommen von Zechstein-Dolomit in so verschiedenen Höhen und
Tiefen in der nächsten Nähe Heidelbergs ist merkwürdig.
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