Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

Seite: 138
DOI Heft: DOI Seite: Zitierlink: 
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/agshd1868/0154
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
138

„Diesen geladenen Gesten, sonderlich Landtgraff Mauritzen ist
Samstags den 6. Decembris zuuor zu Mittag umb 10 Uhrn der Chur-
fürft in einem schönen Küriß mitt 200 Kürissere zu Roß Unnd 5
Fahnen Fuß Volks, aller seitz mol gezieret, sambt 26 stücken Feldt
irnd anderm grobem Geschütz biß gen Wiblingen endtgegen getzogenn,
Sie daselbst inr Feld mit einem Scharmützel! zu empfahen, hatt dero-
wegen das gemelt Fuß Volk zum Theil inn die Weingarten, nemlich
die Schonawer und etliche Fahnen mit dem Geschütz in das Holtzlin
daselbst bei Wiblingen versteckt, die Reiterei) aber auf die seitte
unden an Wiblingen geordnet. Unnd sie aller theilen gegen einander
in eine Schlachtordnung gestellt. Als nun der Landtgraff ankhommen
unnd das schießen und scharmützeln angangen, ist eben inn dem das
der Churfürst Ihme die Hanndt gebotten Jhnn zu empfahen, unge-
achtet es denselben gantzen tag über sehr schön, hell, clar und vast
khalt gewesenn, ungeferlich gegen 3 Uhren uhrplötzlich einn heßlicher
dicker Rebell eingefallen, das ob mol Alles lustig angestellet gewesen, auch
das auß gefürte Volk sich wacker erzeigt, unnd in solchem Zusammen-
ziehen und Scharmützeln sich gar wol gehalten, Man doch vor dem
Rauch deß schießens und Nebel nichts sehen hatt khönnen, Ist also
diese Kurtzweill ohne sonderlich lust abgangen, Und hatt sich damit
verweilt biß gar uff den Abendt, da sie dann erst zwischen 5 und 6
uhren alhie eingezogen. Wellichen einzug aber (wiewol er zimblich
starkh, vast schön, Khöstlich und überfürstlich gewesen) man jedoch weil
eß schon gar tunkell war, nicht wohl sehenn unnd kheinen Herren er-
nennen hatt khönnen.
Volgendts den obgemelten 7. Decembris uff den abenndt seindt
die vorgemelte Personen nach Adelichem brauch zusammen geben unnd
Montags den 8. ssusäsm nachmittag um 12 Uhren, durch den Hof-
prediger Pitiscum im Gläseren Saal zu Hoff, nach gehaltener Hoch-
zeit Predig, aus dem 13. Cap. der Epistel! Pauli an die Hebreer
Vers: die Ehe soll Ehrlich gehallten sein bei allenn, eingeleitet worden.
Daruff seindt desselben tags, wie auch den Sontag unnd Samb-
stagsnacht zuuor gar stadtliche und vast Khönigliche Bancketen mit

0 Also uoch 1600 Weinberg und Waldung auf der Ebene bei Heidelberg.
Vgl. Archiv Heft II. „das deutsche Bergheim/'
loading ...