Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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Hinsichtlich der Lage des alten Bergheim möchte noch die nach-
trägliche Bemerkung an: Platze sein daß die Mühle nicht das ein-
zige Ueberbleibsel des Ortes ist, sondern daß auch ungefähr 200
Schritte unterhalb derselben ein Hohlweg unter dem Namen „Kirch-
gasse" an ven Neckar hinunterzieht, neben welchem auf steilem Hoch-
ufer ein mit einer alten Mauer eingeschlossener Garten liegt, der
unter den: Namen „Kirchhöfel" bekannt ist, und an dem angebaut,
noch die Trümmer einer alten Kapelle oder auch nur eines Bein-
Häuschens zu erkennen sind, woran das Bruchstück eines altrömischen
Grabsteines eingemauert ist, den ein gewisser kutsriuw seinem Vater
setzen ließ. Die Erwerbung desselben für das Heidelberger Stadt-
archiv wäre gewiß eine dankenswerthe Aufgabe, umsomehr als sich
bereits ein anderer römischer Grabstein aus den: Gebiete Bergheims
in der Heidelberger Bibliothek befindet. Dieser letztere wurde schon
früher zwischen der Speierer Landstraße (die srnherhin in der Nähe
des sogenannten Speierer Brunnen noch römisches Pflaster zeigte)
und dem alten Rohrbacher Vicinalwege in der Nähe der heutigen
Gasfabrik ausgegraben. Es ist dieser Feldweg ebenfalls eine alt-
römische Straße welche die Mannheimer Chaussee durchschneidend,
kurz oberhalb der Mühle als sogenannte Ländengasse in den Neckar
ausmündet. Hier zieht sich die bekannte Furt durch den Fluß bis
an's jenseitige Neuenheimer Ufer, wo ein korrespondirender Feldweg
unter denk, gleichfalls an die einstige Fähre erinnernden Namen „Furch-
gasse" den römischen Straßenzug fortsetzte. x.
auf den älteren Ansichten von Heidelberg allen diesen Höhen der Name gewöhnlich
beigeschrieben ist', so steht z. B. der Name Geißberg nicht allein auf dem er-
wähnten, auch in Kayser's Chronik übergegangenen Merianischen Plane, sondern
bereits auf der ältesten aller vorhandenen Abbildungen, in Münster's Cosmo-
graphie aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. — Bei dieser Gelegenheit wollen
wir übrigens nachträglich ermähnen, daß Weinberge in der angeführten Urkunde
von 1369 als am Ziegelried vorkommend genannt werden. — Es war dies aber
eine ehemalige Ziegelei in der Nahe der Molkenkur. — Vergl. Leonhards Hei-
delberger Fremdenbuch S. 175. So könnten auch die der Jutta Sender gehö
rigen, „gegen den Geißberg zu" gelegenen Neben an dem westlichen Gehänge der
Sternschanze beim Judenkirchhof gelegen gewesen sein, also in der Klinge — sder
Ausdruck Klingenthal — oder — Teich ist eine Tautologies.

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