Archiv für die Geschichte der Stadt Heidelberg: eine Vierteljahresschr — 1.1868

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2) Im Anschluß an die S. 101 des Archivs verkommende Er-
wähnung des 1487 zum ersten Male herausgegebenen mallsuL ma-
lökearum dürfte es von Interesse sein, auf einen soeben erschienenen
Aufsatz des Professors Nochholz aufmerksam zu machen: „Tell als
Zauberschütze" in Pfeiffer's Germania 1868 S. 39 ff.
Derselbe verbreitet sich ausführlich unter Mitwirkung des be-
kannten Pfälzer Historikers — Pfarrer Lehmann — über die durch
jenen Hexenhammer erzählte Geschichte eines Freischützen Namens
Punker, der aus Horllnell, n'ormatisnäw 6io6e68i8 gebürtig ge-
wesen sein soll. Hierunter verstand schon Mone in den Schriften
des badischen Altertumsvereines, Band I (1846) S. 250 Rohrbach
bei Heidelberg, was allerdings das Wahrscheinlichste ist, indem dies
in kirchlicher Beziehung zum Wormser Sprengel in territorialer Hin-
sicht zur Pfalz gehörte und Punker sich im Gefolge des Pfalzgrafen
Ludwig des Bärtigen (gestorben 1436) befand. (Dennoch wäre aber
auch Rohrbach bei Sinsheim zu erwähnen gewesen, welches zwar

10 Uhr, jedoch immer wieder verschwunden, eine habe sich aber einmal verspätet,
worauf sie niemals wieder gekommen seien und habe man am nächsten Morgen
eine Blutlache auf den heiligen Brunnen schwimmend angetroffen.
In dem erwähnten „Handbuche" ist zwar aus dem Brunnen ein See ge-
worden, was daher seine Erklärung findet, daß der niederst gelegene Theil des
Wiesenthals der sich an der Kürnach hiuzieht, noch jetzt die Seewiesen heißt,
auch ist Osterburken selbst, gegen einen angeblich ehemals daselbst befindlichen
See auf der Westseite durch den sogenannten Seedamm geschützt, dessen Namen,
sowie die im ganzen Thale sich findende Torfschichte ebenfalls darauf Hinweisen.
Wahrscheinlich war zur Römerzeit eine Überschwemmung des Wiesenthals
zum Schutze des Römerkastells organisirt, welches eben jetzt durch den Mann-
heimer Altertumsverein blosgelegt wird. Es lag dasselbe westlich von Oster-
burken ani Bergabhange; noch weiterhin in dem Thale gegen Adelsheim zu ent-
sprang der genannte heilige Brunnen, dessen von den Römern herrührende
steinerne Fassung unter dem Wiesenboden noch vorhanden ist. Gerade über ihm
liegen die noch erkennbaren Reste eines römischen Vorwerkes, unter dem Namen
„die Heidenkirche" bekannt, an einer Erhebung des Weges, von wo eine freie
Aussicht über das Thal möglich ist. —
Die erwähnten Sagen nun hängen wahrscheinlich viel eher mit dem Aufent-
halt der Römer in dieser Gegend zusammen, als daß sie einen Bezug hätten
auf mittelalterliche Hexenzusammenkünfte. Wir haben dieselben daher hier auch
nur beiläufig erwähnt. —
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