Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: XXXIV
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Einleitung.

Anonymus zurückgeführt. Aber auch er kann die Listen
nicht zusammengestellt haben. Vielmehr hat er eine Quelle
mechanisch ausgeschrieben. Diese Quelle aber trägt Spuren
von zu verschiedenen Zeiten gemachten Einträgen. Buch 7,15
S. 138, 28 heilst es: „Hormizdas, der jetzt (noch lebt)",
d. h. ZAvischen 26. Juli 514 und 6. Aug. 523, und die
Zeit des Eintrags wird noch näher bestimmt durch die
Angabe 138, 30: „Dioskoros, der jetzt im Amte ist",
d. h. zwischen (Mai) 516 und 14. Oktober 518. Wenige
Zeilen später (S. 139, 1) liest man aber von Joannes von
KP.: „der im Anfang der Regierung des Justinos die
Synode annahm und sofort starb, und dessen Nachfolger
Epiphanios ward"; Epiphanios ist erst am 25. Februar 520
Patriarch geworden. Gleich darauf (139, 5): „Joannes
(von Jerusalem), der in den Tagen des Justinos die Synode
annahm, und nach ihm Petros." Petros amtierte seit 524.
Endlich lesen wir 8,6 S. 161, 14: „in Konstantinopel
Epiphanios, der gegenwärtig eine Zeit von neun Jahren
beendet hat". Dieser Eintrag — es ist der letzte — ist
also im Jahre 529 gemacht worden; Patriarchen, die nach
529 zur Regierung kamen, sind in der Liste nicht mehr
erwähnt, der 523 Papst gewordene Nachfolger des Hor-
mizdas, Johannes L, ist sogar versehentlich übergangen
worden.

Ich mufs nun gestehen, dafs es mir trotz heifsen
Bemühens nicht gelungen ist, das Rätsel, das diese ver-
schiedenartigen Einträge aufgeben, zu lösen. Zahlreiche
Lösungsversuche haben sich mir nicht bewährt, und es
scheint mir zwecklos, diese einleitenden Bemerkungen mit
ihnen zu belasten. Der Einzige, der bisher der Frage ernst-
haft näher getreten ist, ist Geizer in der (S. XXXII N. l)
zitierten Anzeige von Freunds Beiträgen (S. 505—510).
Geizer ging von der Beobachtung A. v. Gutschmids aus, dafs
die in dem iQovoyQacpeiov 6vvzo(iov überlieferten Patriarchen-
listen von Alexandrien, Antiochien und Konstantinopel Spuren
eines monophysitischen Verfassers zeigen, dessen Arbeit sich
bis zu Dioskoros dem Jüngeren von Alexandrien erstreckte
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