Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: XLI
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Einleitung.

XLI

schnitten schöpft, in denen er im Stil der Erzeugnisse
eines Malalas und ähnlicher Geister historisch referiert.
Der Kommentar giebt zu einer solchen Untersuchung das
nötige Material an die Hand. Vielleicht kommen Andere
zu befriedigenderem Ergebnis, als es mir gelungen ist.
Ich mache noch darauf aufmerksam, dafs die chronik-
artigen Notizen am Schlüsse des 2. (S. *42, 1—26) und
des 3. Buches (S. 19, 25—20, 16; vgl. auch den Eingang
des 4. Buches 20, 21—23) eine gesonderte Betrachtung
erfordern.1) Eine Chronik, auf welche die zweimalige
(*42, lf. und 20, 25 f.) Notiz: „wie das Chronikon meldet
(berichtet)" passen würde, ist mir nicht bekannt. Über
Parallelstellen giebt der Kommentar Aufschlufs.

Unsere Aufmerksamkeit wird endlich durch die Frage
nach dem Verhältnis unseres Syrers zu Joannes von
Ephesos in Anspruch genommen. Nöldeke, Tabari 119
N. 1, Wright, Lit. 108 N. 1, Hallier 66 f. (vgl. 19) sind,
mehr oder weniger bestimmt, für die Möglichkeit oder
Wahrscheinlichkeit eingetreten, dafs zu den Quellen von
Syr. auch die Kirchengeschichte des Joh. Eph. gehöre.
Ist nun Naus Entdeckung, dafs im dritten Teil der Chronik
des Dionysios von Teilmahre der zweite Teil der Kirchen-
geschichte des Joh. Eph. uns vorliegt, stichhaltig (s. darüber
S. XVIIIN. l), so wird die Annahme der genannten Gelehrten
hinfällig. Joh. Eph. hat den zweiten Teil erst nach 571 ab-
geschlossen (vgl. Joh. Eph. Nau 463), während Syr. nicht
später als 570 schrieb. Auf Grund von Naus Auszügen
läfst sich aber auch ein Vergleich zwischen Joh. Eph. und
Syr. anstellen, der zeigt, dafs Abhängigkeit des letzteren
ausgeschlossen ist. Das Material ist folgendes.")

1) Die Stellen Buch 4, 12 fin. (S. 56, 7—12) und 6, 6 fin.
(S. 98, 3—18) können dabei aufser Betracht bleiben, da sie
sich ohne Annahme einer litterarischen Quelle unserem Ver-
fasser zuweisen lassen.

2) Herr Nau hatte die Güte, mir die Texte, die in seiner
Studie meist nicht wörtlich, sondern nur im Auszug mitgeteilt
sind (auf einige wird lediglich verwiesen), handschriftlich zur
Verfügung zu stellen.
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