Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 19
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I, 5. Antwort des Moses von Aggel. *19

nicht gar zu weise, damit du nicht sterbest", und ferner1):
„Mein Sohn, hüte dich, viele Bücher zu schreiben ohne
Ende, und viel Reden ist eine Ermüdung für das Fleisch."
Und ferner: „Sei eifrig, zu hören, und sei langsam2), zu

5 antworten",.....3). Und so würde ich aus Furcht

gehandelt und geschwiegen haben, wenn nicht die Liebe
mich drängte, und wenn nicht die Schrift mich ermunterte,
die da sagt: „Der dich bittet, dem gieb!" Und der Weise
befiehlt ferner4): „Unterlafs nicht, Gutes zu thun, so viel

10 du thun kannst, und wenn du hast, so sage nicht zu
deinem Nächsten: Gehe und komme morgen wieder, so
will ich dir es geben." Aber „wer das Wort verschmäht0),
kommt durch dasselbe um", und wer seinen Nächsten ver-
achtet, ist ein Sünder. „Heilung der Zunge ist das Wissen

15 des Weisen"6), und „wer von seinen Früchten ifst, wird
satt"7), und eine Freude des Mannes ist das Wort seines
Mundes; wer zur rechten Zeit spricht, für den ist es gut,
und wer ein Wort einsieht, findet (S. 18) Gutes. Weis-
heit, Züchtigkeit und Wissen sind von Gott, und Liebe

20 und der Weg guter Werke sind von ihm. Und der
Weise (?) spricht: „Die verständige Natur findet (?) Ver-
ständnis, und eben dieses Verständnis reinigt den Ver-
ständigen"; und ferner: „Jeder, der in der Schöpfung8)
ist, ist ein Empfänger des Wissens Gottes. Wer mehr als

25 dieses Wissen das Nichtwissen ehrt, wird mit Recht böse
genannt." Ferner sagt die Schrift9): „Bittet, so werdet
ihr empfangen, klopfet an, so wird euch aufgethan, rufet,
so wird euch geantwortet"; und ferner10): „Wer, der Weis-
heit ermangelnd, sie von Gott erbittet, ohne zu zweifeln,

30 dem wird sie gegeben." Und deswegen, o Trefflicher, aus
diesen (Gründen) und infolge der Liebe, die nicht das
Ihre sucht, sondern das ihres Nächsten, gehe ich daran,

1) Eccl. 12, 12. 2) So zu lesen; vgl. Sir. 5, 11. 3) Die
nächste Zeile ist wegen der Lückenhaftigkeit des Textes un-
übersetzbar. 4) Prov. 3, 27 f. 5) Vgl. Prov. 13, 13. 6) Vgl.
Prov. 12, 18. 7) Vgl. Prov. 12, 14. 8) So zu lesen? Hffm.
9) Matth. 7, 7. 10) Vgl. Jac. 1, 5f.

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