Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 3
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III, 1. Synode zu Chalkedoxi.

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Das dritte1) Buch berichtet über die Regierung des
Markianos, über die Versammlung der Bischöfe, die nach
Chalkedon zusammen kam, und über das, was sich auf der
Versammlung bis zur Ansprache (7roo6cpd)vij6i,g) des Kaisers
5 an die Bischöfe zutrug-.

Das erste Kapitel des Buches berichtet über das,
was sich auf der Synode zutrug, aus der Schrift eines
Mannes, Namens Zacharias, der an den Euprax auf
griechisch folgendermafsen zu schreiben anhebt. —■ Dieweil
io es dir angenehm und heb ist, christusliebender Euprax,
während du im kaiserlichen Palaste wohnst und im Dienste
der Kaiser beschäftigt bist, sowohl zu erfahren, was unter
der Regierung des Markianos die heilige Kirche Gottes
traf, als auch wer die waren, welche nach einander zu
15 Oberpriestern eingesetzt wurden in Alexandrien, Rom,
Konstantinopel, Antiochien und Jerusalem seit der Ver-
sammlung zu Chalkedon, die da in Anlafs des Eutyches die
Haeresie des Nestorios einführte und grofs zog, den ganzen
Erdkreis aufregte, Böses zu Bösem hinzufügte, die beiden
20 Haeresien aufeinander setzte, die bewohnte Welt mit
Spaltungen füllte, die Glaubensüberlieferung der Apostel,
sowie die gute Ordnung (svra^a) der Kirche verwirrte2)
und den ungenähten, von oben gewirkten Rock Christi in
Myriaden Fetzen zerrifs: daher werden wir, indem wir diese

'■ 25 beiden Haeresien sowie jeden greulichen Lügenlehrer ver-
fluchen, der wider die Kirche Gottes und wider den ortho-
doxen Glauben der drei heiligen Synoden aufgetreten ist,
welche geschickt den rechten Glauben bewahrten, nunmehr
(S. 119) uns der Erzählung (iGxoQta) bedienen, zu der du

s 30 uns angetrieben hast. — Nachdem der heilige Kyrillos von
Alexandrien verschieden war, der den Kampf (ccycov) gegen
viele Lügenlehren geführt und sie entlarvt hatte, da über-
nahm nach ihm den Stuhl (&Qovog) Dioskoros, ein fried-
licher Mann und auch Kämpfer (aycoi/tff-njg), wie wenig er

!S35 auch die Schlagfertigkeit und den Freimut (TtaQ^rjGLa) des

1) So ist zu lesen. 2) So ist zu lesen (\~a-s),

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