Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 13
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ahrens1899/0107
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
III, 4. 5. Petros der Iberer. Rückkehr des Juvenalis. 13

heraus, ergriffen den Petros und brachten ihn nach Jerusalem
zum Theodosios, indem sie ihn baten, ihnen jenen zum Bischof
zu machen. Er nun beschuldigte sich selbst mit vielerlei
Beschuldigungen und weigerte sich; aber wider seinen

5 Willen legte jener die Hand auf ihn und weihte ihn, da
er den Mann kannte (S. 127); indem er nun zornig wurde,
nannte er sich selber einen Häretiker; da wartete Theodosios
ein wenig und sprach: „über mich und über dich ergeht
das Urteil vor dem Richterstuhle Christi." Da nahm er

io das Wort zurück und sprach: „Ein Häretiker bin ich zwar
nicht, aber ein Sünder." Und Theodosios, der den Mann
kannte, weihte ilm zum Priester für die Leute von Gaza.

Es ist aber anderes Treffliches von diesem Manne
gethan, was ich hier übergehe, um die Erzählung nicht in

15 die Länge zu ziehen.

Das fünfte Kapitel erzählt von der Flucht des
Theodosios von Jerusalem vor den Drohungen des Kaisers,
und von Jubenalios, der mit einem Heere von Römern
zurückkam, und bei dessen Einzüge viele getötet wurden: —

20 Während Theodosios in diesen Dingen Erfolg hatte, ge-
langte das Gerücht von allem, was er that, zum Kaiser
Markianos; und Jubenalios kehrte zurück, begleitet vom
Kornes Dorotheos und einem Heere, um den Theodosios zu
fangen und zu fesseln und jeden Bischof abzusetzen, den

25 er in seinem Herrschaftsbezirke eingesetzt hatte, um an
den Mönchen und dem Volke Strafe zu vollziehen und sie
wegen des Ubermutes und der Frechheit zu verfolgen, dafs
sie den Theodosios in Jerusalem zum Bischof gemacht
hatten. Nur Petros den Iberer von Gaza solle er in Ruhe

30 lassen wegen der Fürsprache der Kaiserin, auch wenn er
keine Gemeinschaft mit den übrigen Bischöfen haben wollte.
Und als er nach Neapolis kam und dort viele Mönche fand,
einfache Männer, deren Schwert und Helm der wahre Glaube
und die Werke der Sittenfestigkeit waren, wandte er ihnen

35 gegenüber zuerst Schmeicheleien an und suchte sie zu über-
reden, mit ihm zu verkehren. Als sie aber dieses verab-
scheuten, wenn er nicht verfluchte, was in Chalkedon ge-
loading ...