Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 14
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14 HI, 5. 6. Rückkehr des Juvenalis. Heilungswunder.

waltsam durchgesetzt war, da sagte er, dafs dies der Wille
des Kaisers sei. Sie aber weigerten sich 5 da gab er den
Römern und Samaritern Befehl, und diese hieben ein und
töteten sie, während jene Psalmen sangen und sprachen:
„Gott, die Heiden sind in dein Erbe eingedrungen und 5
haben deinen heiligen Tempel verunreinigt, und siehe, sie
machen Jerusalem zur Einöde."1) Einige nun von den
Römern wurden vom Mitleid übermannt und weinten;
andere aber samt den Samaritern töteten viele Mönche, so
dafs auch ihr Blut sich reichlich (S. 128) auf die Erde ergofs. 1»

Das sechste Kapitel berichtet von einem blinden
Samariter, der sich im Glauben nahte und seine Augen
mit dem Blute derer bestrich, die getötet waren, sodafs
sie geöffnet wurden.2) — Ein samaritischer Blinder führte
den irre, der ihn leitete, und sprach: „Da meine Augen i&
das Blut vom Morde dieser Christen nicht sehen, um
mich daran zu erfreuen, so führe mich hin, dafs ich es
berühre." Und als er ihn hinführte und er es berührte,
bestrich er seine Hände, neigte sich zur Erde und weinte,
indem er betete und flehte, dafs er ein Genosse ihres 20
Martyriums würde. Und er stand auf, strich seine Augen
und hob seine Hände auf zum Himmel, und (seine Augen)
wurden geöffnet und er ward sehend. Und die, welche
dies beobachteten, wunderten sich; auch wurde der Blinde
gläubig an Gott und ward getauft. Die aber, welche den 25.
Befehl des Kaisers ausführten, fingen und verfolgten die-
jenigen, die er am Leben gelassen hatte, in dem ganzen
Bezirke.

Siebentes Kapitel, darüber, dafs unser Herr dem
Petros dem Iberer von Gaza erschien und ihm sagte, er 30
solle mit den Verfolgten auswandern. — Man sagt aber,
dafs der berühmte Petros in Ruhe verblieb, da er infolge
eines Befehles des Kaisers und der Sorge der Kaiserin für
ihn von niemand verjagt wurde. Er sah aber den Herrn

1) Ps. 79, 1. 2) So ist zu lesen; s. Z. 23 (S. 128, 8 des
syr. Textes.
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