Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 15
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III, 7. 8. Petros der Iberer. Der Mönch Salomon.

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in einem Gesichte zürnend zu ihm sprechen: „Wie, Petros,
ich hin in meinen gläubigen Knechten verfolgt worden,
und du bist in Ruhe sitzen geblieben?" Und Petros ge-
horchte voll Reue, stand auf und verliefs Gaza, schlofs
5 sich den Verfolgten an und wanderte aus.

Das achte Kapitel erzählt von einem eifernden
Mönche Salomon, der sich auf listige Weise zu Jubenalios
einschlich, wie um sich von ihm segnen zu lassen, ihm
einen Korb ((SitvQig) voll Staub auf den Kopf schüttete

io und ihn schalt. — Als Jubenalios durch Aufstellung (itaQu-
ta'^ig) des römischen Heeres die Gläubigen und die Mönche
im Lande verfolgte, nach Jerusalem kam und den Bischofs-
sitz einnahm, ohne seine Versprechungen und die Morde,
die bei seinem Einzüge geschehen waren, und die Falsch-

15 heit seines Eides zu Herzen zu nehmen, da ward ein Mönch
namens Salomon in jener ehrwürdigen Tracht (opjfia) der
Keuschheit im Geiste zornig. Und er verstellte sich, als
wollte er vom Oberpriester gesegnet werden, füllte einen
Korb mit Staub und Asche, nahm ihn unter seine Achsel

20 und näherte sich dem Jubenalios. Dieser freute sich über
seinen Eintritt zu ihm, und als er ihn empfing, sagte
Salomon zu ihm: „Segne (mich), (S. 129) mein Herr."'
Als die Römer ihn näher kommen und zu jenem treten
liefsen, nahm er den Korb mit Staub hervor, leerte ihn

25 auf (des Jubenalios) Haupt aus und sprach: „Schäme dich,
schäme dich, Lügner und Verfolger!" Und da sie auf ihn
einhauen wollten, gestattete Jubenalios es nicht, wurde
auch nicht erregt, sondern bereute dies und schüttelte nur
sein Haupt aus; sie führten den Mönch von ihm hinaus,

30 und er befahl, dafs ihm Reisegeld (ävdlcofia) gegeben werde
und er aus seinem Lande fortgehe. Er aber nahm es nicht
an, wanderte jedoch aus.

Das neunte Kapitel berichtet, wie Theodosios von
dem römischen Heere gesucht, ergriffen und in einem Hause

35 gefangen gesetzt wurde, worin Kalk war, und zuletzt starb.
— Da Theodosios nun auf Befehl (Siätayfia) des Kaisers
in der ganzen Hyparchie des Kaisers gesucht wurde, nahm
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