Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 41
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IV, 12. Brief d. Tim. Ail. über Isaias u. Theophilos. 41

dem Vater wesensgleich ist. Denn es haben unsere Väter
verdammt, und auch wir, ihnen anhangend, verdammen die-
jenigen, welche nicht ebenso denken, wie jene. Wir haben
aber unten in unserem Briefe als Beleg (yorfiig) dafür auch

5 die wahre Lehre des Athanasios abgeschrieben. Dieses
schreibt deutlich auch der Apostel1): „Einen anderen Grund
kann niemand legen, welcher ist Christus. Jeder aber sehe
zu, wie er baut." Es ist nun notwendig, dafs es eine solche
Grundlage sei, passend für das und ähnlich dem, was dar-

io auf gebaut wird. Gott das Wort nun, da er das Wort
und der Eingeborene ist, hat keine Genossen, die gleich
wie er Söhne der Gottheit wären. Da er aber Mensch
wurde von unserer Natur und unseren Leib anzog, sind
wir ihm wesensgleich geworden. Also in dem zu unserer

15 Menschheit Gehörigen ist er die Grundlage, so dafs wir
die Edelsteine sein, auf ihn gebaut werden und ein Tempel
sein können, der eine Wohnung des (S. 151) Heiligen
Geistes ist. Denn gleichwie er die Grundlage ist und
wir die Steine, die auf ihn gebaut werden, ebenso ist er

20 der Weinstock und wir die Beben, die von ihm herab
und an ihm hangen, nicht nach der Natur der Gottheit,
denn das ist nicht möglich, sondern nach der Mensch-
heit. Denn es ist recht, dafs die Beben dem Weinstock
gleichen. Weil auch wir ihm nach dem Leibe gleichen,

25 den er von uns genommen hat, so bekennen wir, dafs
er der Sohn Gottes ist, Gott nach dem Geiste und Mensch
nach dem Leibe; und dafs nicht der eine Sohn zwei
Naturen hat, eine, die angebetet wird, und eine andere,
die nicht angebetet wird; sondern eine Natur des Leib

30 gewordenen Gottes des Wortes, und die in einer Anbetung
samt dem Fleische, das er anzog, angebetet wird. —
Von demselben, aus dem Briefe an Epiktetos.
Viele aber verdienen Tadel und müssen sich schämen, welche
wähnen: wenn wir sagen, der Leib unseres Herrn sei von

35 der Maria, so fügten wir zu der Dreifaltigkeit eine vierte

1) Vgl. 1 Cor. 3, 10. 11.
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