Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 64
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ahrens1899/0158
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
64 V, 3.4. Bittschr.d.Biscli. v.Asien. Tim. Ail.i.Konstantinopel.

Versammlung der 150 in der Residenz und die übrigen
beiden heiligen Synoden zu Ephesos. Wir verfluchen mit
ihnen den Nestorios und jeden, der nicht bekennt, dafs
der einige Sohn Gottes Leib wurde vom Heiligen Geiste
und von der Jungfrau Maria und vollkommener Mensch 5
ward, während er ebenderselbe, ohne Veränderung voll-
kommener Gott, blieb, und nicht zum Scheine oder in der
Einbildung (cpuvtaßia) vom Himmel Leib wurde, — sowie
alle übrigen Haeresien." Sie schrieben aber auch noch
anderes und stiefsen auch Ausrufe (rpavag) aus und lob- io
priesen. — Es machten aber auch die übrigen Bischöfe
der Länder eine andere Eingabe (uvacpOQa), deren Anfang
so (lautet): ,,In der Übereinstimmung unsrer Meinung mit
unseren 318 Vätern, den Bischöfen, haben wir eure
Majestät als den (3)19., da ihr euch für den wahren i&
Glauben derselben bemüht, dafs er gedeihe und unter allen
Völkern in eurer Herrschaft gepredigt werde".

Das vierte Kapitel desselben fünften Buches be-
richtet, was nach der Enkyklika in Konstantinopel und
Ephesos geschah. — Als jedermann dieses enkyklische 20
Schreiben des Kaisers bekannt wurde, da versammelten
sich die Mönche, die sich in der Residenz befanden und
so wie Eutyches dachten, bei Timotheos, da sie von ihm
hofften, dals er ihnen willfahre, und stritten mit ihm
über das, was in der Enkyklika geschrieben war und was 25
denjenigen verfluchte, der da sagte, Christus sei zum
Scheine Leib geworden. Und als er ihnen sagte: „Ihr
aber, wie denkt ihr über die Leibwerdung?" da brachten
sie ihm den Beweis vom Siegelringe, von dessen Stempel
nichts im Wachs oder im Thon übrig bleibt. Da er ihren 30
Wunsch merkte, ermahnte er sie und verständigte sie
(davon), dafs die Schriften uns lehren, dafs Christus in
allem uns ähnlich und uns wesensgleich wurde auf voll-
kommene Weise aufser den sündhaften Regungen, und zwar
übernatürlich geboren sei, nicht aus ehelicher Gemeinschaft, 35
jedoch ein vollkommener Mensch und von (S. 171) der
Jungfrau Maria empfangen und von ihr geboren ward
loading ...