Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 69
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V, 6. Martyrios von Jerusalem.

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weil er meinen Namen kennt, wird er mich anrufen, und
ich werde ihm antworten; am Tage der Not werde ich
ihn stärken und ihn zu Ehren bringen." Timotheos aber
bemühte sich auf alle Art und Weise, das Volk für sich
5 zu gewinnen, predigte den Glauben von Nikaia und den
der 150, bekannte und stimmte dem in Ephesos Ab-
gemachten bei, verfluchte den Nestorios, schrieb, indem er
sie verlas, die Namen des Kyrillos und Dioskoros in das
Diptychon, und that noch anderes, war aber nicht im-

io stände, das Volk zu sich zu ziehen.

Das sechste Kapitel desselben Buches berichtet
über Martyr, den Nachfolger des Anastas in Jerusalem,
der ebenfalls dem Volke den wahren Glauben predigte und
den Nestorios und die Synode von Chalkedon verfluchte.

is — Ferner war Martyrios von Jerusalem einer von ihnen,
der nach dem Anastas, seinem Vorgänger, sich von der
Gegenenkyklika trennte und sich sehr bemühte, das Volk
zum Anschlufs zu bringen; er überredete den Markianos,
einen tüchtigen Mönch, und als dieser angenommen hatte,

20 ermahnte er seine Genossen, und diejenigen, (S. 175) die
ihn nicht annahmen, vertrieb er. Und man sagt, dafs, als
er gestorben war, sein Schüler — ein Mann, dessen Augen-
licht verdunkelt war, — Gott bat: „Wenn unser Meister
die rechte Meinung hatte, so mögen meine Augen, indem

25 ich sie an den Leichnam presse, hell werden." Und sie
wurden hell.

Ansprache (itQoßcpcovTioig) des Martyr: „Christus
ist unser Friede, der die zwei zu einem gemacht, die da-
zwischen stehende Schranke entfernt und die Feindschaft

30 mit seinem Fleische vernichtet hat.1) Denn schon nimmt
die Kirche ibre Söhne wieder an, die niemals mit Willen
von ihr fern waren und nun in der That mit ihr sich ver-
bunden haben.2) Und es ist Zeit für uns zu sprechen:
„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden", da

35 sie deswegen nahezu gleich den christusliebenden Bischöfen,

1) Eph. 2, 14. 15. 2) So zu lesen (soo^ Quo/).
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