Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 92
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VI, 4. Beilegung des Schismas.

Alexandrien erzogen war, jedoch an der Haeresie des
Nestorios krankte. Als der den Brief empfing, ergrimmte
er und ward auch auf die überbringenden Kleriker zornig,
nämlich den Presbyter Longinos und den Diakonen Andreas,
und machte ihnen Vorwürfe. Sie aber baten ihn, indem 5
sie ihn auf den Eifer des Volkes von Alexandrien hinwiesen.
Und da Euphemios von dem Verkehre mit Petros getrennt
war, so wünschte er dessen Absetzung (xu&aiQSöig) zu voll-
ziehen, indem er für sich allein eine Synode versammeln
(S. 194) wollte. Aber es hinderte ihn Archelaos, Bischof io
von Kaisareia, ein wunderbar vernünftiger Mann, indem
er sprach: „Es geht nicht an, dafs der grofse Bischof von
Alexandrien durch die Synode einer Hyparchie getadelt
und vertrieben werde, wenn es nicht eine ökumenische
Versammlung thut." Als Petros dies hörte, drohte auch 15
er dem Euphemios, wie der selige Kyrillos den Nestorios
nach Oasis vertrieben habe, ebenso werde auch er, wenn
er ihm gliche, ihn von seinem Sitze treiben. Jedoch auch
er, Petros, schied aus der Welt. Seine Briefe aber, (die)
nach Konstantinopel gelangten, bewiesen der Menge, dafs er 20
ein gläubiger Mann war. Joannes aber und Julian von
Alexandrien und ihre übrigen schismatischen Genossen, die
sich dort befanden, wurden, als sie seinen Brief an den
Eravitos sahen, anderen Sinnes und bereit, nach Alexandrien
zu kommen und sich mit ihm zu vereinigen, der (aber) 25
entschlief, während die Männer zurückkehrten. An seine
Stelle trat Athanasios, der ein beredter, gläubiger und
friedliebender Mann war. Da dieser wünschte und sich
bemühte, die schismatischen Mönche mit der Kirche zu
vereinigen, so erwähnte er, als er zum Volke redete, im 30
Verlaufe seiner Rede die Namen des Dioskoros und
des Timotheos, verschwieg aber den Namen des Petros,
um das Volk auf die Probe zu stellen. Darüber aber
wurde man gewaltig erregt, bis er auch jenen in seiner
Rede nannte. 35

Das fünfte Kapitel des sechsten Buches macht den
Brief des Eravitos von Konstantinopel an den Petros von
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