Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 133
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ahrens1899/0227
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
VII, 11. Bittschrift der morgenl. Mönche. 133

spricht, jedermann die göttliche Lehre lehren. Denn unser
Herr hat euch so geschätzt, wie ihr es verdient1), und
hat euch in dieser Zeit zur Vereinigung seiner heiligen
Kirchen auserwählt, nicht damit ihr ihnen am Glauben

5 neuert, da zur Bestätigung der heiligen Schriften der
genügt, welcher von den heiligen 318 Vätern, die sich
in Nikaia versammelten, in einer Schrift definiert wurde;
sondern damit ihr den, der ewig ist, aufbauet2), den viele
frecher Weise zu beseitigen gesucht haben, indem sie nicht

io aus dem Munde des Herrn reden, wie der Prophet sagte3),
sondern aus ihrem eigenen Bauche, und mit ihren bösen
Listen die auseinandergespalten haben, die in Einfalt ihres
Herzens die Üb er lieferung der heiligen Väter bewahren und
in dem rechten Glauben mit einander Eintracht halten.

15 Denn Christus ist es, o Heilige, der von ihnen geteilt
wird, und darum, jemehr er von ihnen gemifshandelt wird,
(desto weniger) ist es möglich, dafs die Kirche jemals zu
einer Übereinstimmung gelange, da sie von ihnen durch
Erfindungen verschiedener Worte geteilt wird. Denn es steht

2J geschrieben4): „Jedes Beich, das gegen sich selber geteilt
wird, wird nicht bestehen"; und ferner5): „Wenn ihr euch
gegenseitig beifst und freist, so sehet zu, dafs ihr nicht
einer vom anderen aufgezehrt werdet!" Weil wir also
ein Leib in Christo und Glieder von seinen Gliedern

25 sind, nach dem Worte des göttlichen Apostels6), so nahen
wir uns vertrauensvoll zu eurer Heiligkeit als zu Hirten,
indem wir flehen, dafs ihr dem ganzen Erdkreise den rechten
Glauben (S. 228) ohne Flecken bewahren möget, als eine
schöne Taube, wie sie im Hohenliede genannt wird, und

30 ihn absondern möget von allen Haeresien, welche die
Maske der Gottesfurcht erworben haben, ihn umringen wie
Königinnen, Kebsweiber und Mägde und eifrig bemüht
sind um den Umgang mit ihm, um etwas zu sein und
durch ihn als wahr aufgenommen zu werden. Wenn ihr

1) Lies ^qjlv 2) Lies ^joJH (?). Hffm. 3) Vgl. Jerem.
23, 16. 4) Mark'. 3, 24. 5) Gal. 5, 15. 6) 1. Cor. 12, 27.
loading ...