Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 134
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Vil, 12. Synode zu Tyros.

aber dies thut, so werdet ihr einen Lohn empfangen und
werdet den Herrn hören, der da spricht1): „Wer mich
vor den Menschen bekennt, den werde ich bekennen vor
meinem Vater im Himmel." Sondert daher als Hans-
halter der göttlichen Worte von dem E einen das Un-
reine, wie (die Schrift) sagt, und werfet die hinaus, die
unter den reinen Weizen das Unkraut und ihre böse
Lehre mischten.-) Denn (die Schrift) sagt3): „Entfernt den
Ubelth'äter" aus der Gemeinschaft, so wird mit ihm die Un-
schuld hervorkommen. Da es aber offenbar und bekannt
ist, was gesagt wird, so ist es notwendig, dafs wir von
vorn anfangen und lichtvoll zeigen, wie die heiligen Väter
jedermann in eine Eintracht zusammenfafsten, indem sie
einem rechten Glauben beistimmten. Die Häretiker aber
mischten unter die Worte der heiligen Väter gesetz-
widrige Zänkereien, vermengten mit ihnen den Frevel
der Zerteilung und spalteten die heiligen Kirchen; sie,
welche der Prophet schilt, indem er sagt: „Deine Krämer4)
mischen Wasser in den Wein." — Und so weiter die Bitt-
schrift (ßerjßig) und viele Citate (%Qrj6£Lg) aus den Vätern
zu 77 Anklagen, die sie gegen die Versammlung von
Chalkedon vorbrachten.

Das zwölfte Kapitel3), welches über die Synode
berichtet, die in den Tagen des Severos und des Axenaja
zu Tyros stattfand, der Lehrer und Bischöfe, die auf ihrer
Seite (waren), welche deutlich und öffentlich die Synode
und den Tomos verfluchten. — Severos aber, der Nach-
folger des Flavianos in Antiochien, war ein durch das
Studium der griechischen Weisheit beredter Mann, lebte in
freiwilliger Armut und war ein erprobter Mönch sowie
ein Eiferer für den wahren Glauben, war wohl bewandert
und hatte mit Einsicht die heiligen Schriften sowie die
Erklärungen zu denselben von den alten Schriftstellern

1) Matth. 10, 32. 2) Lies crrv.. Nid. 3) Vgl. l. Cor. 5, 13.
4) So zu lesen (..a..oi..). Vgl. Jes. 1, 22 (LXX). 5) S. 134,23
—136,3 übersetzt von Th. Nöldeke, Byz. Ztschr. I, 334 f.
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