Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 136
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VII, 13. Bitalianos und Hypatios.

darauf vertrieben, und es folgte ihm Joannes. So ver-
einigten sich aufser dem römischen Stuhle die Bischöfe in
dieser Übereinstimmung des Glaubens. Denn Amalarich (?)
war dort Mitkaiser (avTiKcctöaQ), empörte sich in der West-
gegend gegen Anastas und besafs die Herrschaft zu Rom; 5
er war ein kriegerischer Mann und half dem Volke von
Italien (S. 230) in seinen Tagen kräftig gegen die Bar-
baren und Goten, schonte es und hob1) seine Stadt Born
durch vielerlei, baute sie aus und gab ihr ein Vorrecht
{nQOvoiiia). Jedoch war er ein Dyophysit, der sich von 10
der Häresie des Areios abgewandt hatte. So stimmte weder
Symmachos, noch sein Nachfolger Hormizdas, die Ober-
priester in Born, mit denen des Morgenlandes überein. Wer
darnach Sorge trägt, kann hierüber aus dem Briefe lernen,
den Axenaja nach seinem Weggange schrieb. 15

Das dreizehnte Kapitel des Buches berichtet über
den Tod der Kaiserin Ariadne, sowie (darüber), dafs der
Tyrann Bitalianos (Vitalianus) auftrat, der den Hypat im
Kriege gefangen nahm. — Die Kaiserin2) Ariadne, Ge-
mahlin des Zenon, hatte sich nach dem Tode ihres Mannes 20
mit jenem Anastas verbunden und ihn zum Kaiser gemacht,
führte mehrere Jahre, bis zu vierzig, im Stande der zweiten
Ehe die Regierung und starb im Jahre 824 der Griechen.
Ihr Mann blieb (am Leben), indem er wahre Heiligkeit
beobachtete, und als er zu Jahren kam, beschäftigte er sich 25
mit der Angelegenheit seiner Herrschaft und war in Betrüb-
nis und Kummer wegen eines gewissen Goten Bitalianos,
eines Feldherrn {GXQaxtjyöq) und Kriegers, der beherzt,
frech und ein Lärmmacher im Kriege war. Diesem wilden
Menschen hingen viele an; mit freigebiger Hand gab er 30
ihnen Gold, und wessen sie durch die Macht des Anastas
beraubt waren, das nahmen sie wieder in Besitz. Obwohl
Bitalianos lange Zeit vom Kaiser erzogen war3), log er,
ward abtrünnig und schädigte die Herrschaft der Römer,

1). Lies )OJ3/(?). 2) Z. 19—26 bei Mai 374a. 3) Lies
wov». Md.
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