Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 150
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150 VIII, 3. Die himjarischen Märtyrer.

mand von uns bleibt nach dir zurück." Da rief er und
sprach zu den Leuten, die ihn umgaben: „Ihr Christen,
Heiden und Juden, hört! Wenn jemand aus meinem Ge-
schlechte, von meinen Verwandten und aus meinem Stamme
Christus verleugnet und jenem Juden sich anschliefst, der 5
hat mit mir keine Gemeinschaft und soll nichts von dem
Meinen erben; sondern was ich besitze, soll für die Kirche
verwandt werden, damit sie gebaut werde. Wenn (S. 241)
aber jemand aus meinem (Geschlechte), ohne zu verleugnen,
nach mir am Leben bleibt, so soll er meine Besitzungen 10
erben. Drei Dörfer aber, welche die Kirche aus meinem
Vermögen (ovßia) wählt, sollen zur Bestreitung ihrer
Kosten dienen." Als er dies gesagt hatte, wandte er sich
zum Könige und sprach: „Abgeschworen sei dir und jedem,
der Christo abschwört. Siehe, wir stehen vor dir!" Da 15
fafsten seine Genossen Mut und sprachen: „Siehe, der Erz-
vater Abraham blickt auf dich und auf uns mit dir; jedem,
der Christo abschwört und nach dir am Leben bleibt, dem
sei abgeschworen." Da befahl er, dafs man sie in das Flufs-
thal führe, welches „der Wädi" heifst, dafs ihnen die Häupter 20
abgeschlagen und ihre Leichname in dasselbe geworfen
würden. Da breiteten sie ihre Hände zum Himmel und
sprachen: „Christus, unser Gott, komme uns zur Hülfe
und gieb uns Kraft, nimm unsere Seelen auf und lafs
das Blut deiner Knechte, das für dich vergossen wird, dir 25
Wohlgefallen; würdige uns deines Anblicks und bekenne
uns vor deinem Vater, wie du versprochen hast, lafs die
Kirche gebaut werden und lafs einen Bischof kommen an
Stelle des Paule, deines Knechtes, dessen Gebeine man
verbrannt hat." Dann gaben sie einander den Friedensgrufs, 30
und der Greis Härith versiegelte sie (mit dem Kreuzes-
zeichen); dann beugte er sein Haupt und empfing das
Schwert; seine Genossen aber eilten und drängten sich
herzu, benetzten sich mit seinem Blute und wurden alle
Blutzeugen. 35

Ein Kind nun von drei Jahren, dessen Mutter hinaus-
gegangen war, um getötet zu werden, und es an der Hand
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