Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 158
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VIII, 5. Flucht der Monophysiten.

ihren Grofsen durch einen Postreiter (ßegeddaiog, veredarius)
bekannt gemacht wurde. Aber in Frieden ward nichts
von ihnen festgesetzt1), sondern sie wurden Feinde von
einander. (Daher) fiel Mundar, der König der Tajjiten,
ein- oder zweimal in das Gebiet der Leute von Heins und 5
von Apamea, sowie in den Bezirk (%coqu) von Antiochien
ein und führte viele mit sich fort; und vierhundert Jung-
frauen, die plötzlich aus der Versammlung des Apostels
Thomas in Emesa weggeführt waren, schlachtete er an
einem Tage zur Anbetung der 'Uzzai. Auch Dädä, der 10
Anachoret, ein Greis, der mit derselben Versammlung weg-
geführt wurde, sah es mit seinen Augen und erzählte es mir.

Die morgenländischen Bischöfe aber, und vornehmlich
die aus dem Sprengel des beredten Severos, wurden teils
verfolgt, teils entwichen sie in verschiedene Länder, auch 15
nach Alexandrien, indem sie auf den Spuren des Ober-
priesters Severos, des Lehrers, gingen. Axenaja aber von
Mabbug war nach Gangra in die Verbannung geschickt
worden, ward oberhalb der Küche der dortigen Herberge
(ZsvoÖopiov) gefangen gehalten und vom Bauche heftig 20
gequält, wie er in seinem Briefe meldet, und starb zuletzt.
Es wichen auch Antoninos von Halab (Aleppo), Thomas
von Damaskos, Thomas von Därä, Joannes von Telia,
Thomas von Ernenn, Petros von Bescaina, Konstantinos
von Laodikeia, Petros von Apamea und andere, und lebten 25
heimlich da, wo es ihnen frommte. Der Stuhl von
Alexandrien aber war nicht erschüttert worden, und Timo-
theos folgte dem Dioskoros und entwich nicht, nahm auch
in den Tagen des Justinos die Synode nicht an, nahm die
flüchtigen, gläubigen Priester, die bei ihm Zuflucht suchten, 30
liebevoll auf, ehrte und ermutigte sie. Auch Nuna")
(Nonnos) von Seleukeia, der aus Amid stammte, war in
seine Vaterstadt entwichen und wohnte dort auf seinem
Gehöfte, da er aus reicher Familie stammte und in den
Tagen des Bischofs Joannes (S. 248) vom Kloster Qarthe- 35

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