Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 168
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IX, 1. Regierungsantritt des Justinianos.

Seligen würdigen Bischöfe von Amid, dem heiligen Märä,
über das Evangelium und Christi Wandel im Fleische in Kürze
verfafst ist, und sodann ein Beispiel aus dem Evangelium
des Joannes im 89. Kanon, das er allein geschrieben hat,
über das Weib, das von den Lehrern der Juden zu (Christus ) 5
gebracht wurde, das durch Ehebruch schwanger war.]

Das erste Kapitel des 9. Buches, welches über den
Kegierungsantritt des Justinianos und über den Krieg be-
richtet, der gegen Nesibin und die Burg Tebeth geführt
wurde. — Im Jahre V (jrefiTtrrf), als Justinos regierte, jener io
Greis, von dem wir oben erzählt haben, dafs er aus dem
Lande Illyrikon war, machte er seinen Schwestersohn,
welcher Heerführer (axQaxrjyog) war, zum Mitkaiser (avxi-
kcci6c{q). So ward Justinianos am Donnerstag der letzten
Woche in den Fasten Mitkaiser, und als er drei Monate *.5
regiert hatte, starb sein Oheim Ausgangs des Tammüz
(Juli), und er ward Selbstherrscher (avxoKodxcoQ) im
Jahre 838 der Griechen, in der 327. Olympiade. Er
befahl, dafs sein „Kastra Bederiana" zu einer grofsen Stadt
ausgebaut würde, und gab ihr ein Vorrecht (nQOvo\iia); 20
es wurde eine Besatzung hineingelegt, und aus der Ferne
wurde Wasser hineingeleitet, da das dortige Wasser schlecht
war. Und siehe, vom Beginne seiner Begierung bis heute
ist er nämlich (S. 256) um das Bauen besorgt, sodafs er,
als zum Schutze seines Reiches, hier und da Städte neu er- 25
richtet und überall die Mauern erneuert. Da aber die
Perser und Börner in dieser Zeit miteinander verfeindet
Avaren, als der Heerführer (öxQaxyldxrjg) Timostratosv)
Dux an der Grenze war, ward durch seine Obersten ein
Heer um ihn gesammelt, um Nesibin zu belagern. Und 30
sie belagerten es, nahmen es aber nicht ein, sondern
zogen von dort gegen die Burg Tebeth, und das Heer
kam an die Mauer heran und legte Bresche darein. Es
war zur heifsen Sommerszeit; und aus irgend einem Grunde
wurden sie gehindert, so dafs sie die Burg, welche etwa 35

1) So nach Jos. Styl.
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