Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 191
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IX, 15. Brief der Bischöfe an den Kaiser. 19 L

Also, siegreicher Kaiser, machen wir (dir) die Freiheit
unseres Glaubens (S. 274) bekannt. Jetzt haben wir, ob-
wohl in der Wüste, sobald wir euren Befehl durch den
Dux Theodotos erhielten, geschrieben und bekannt ge-
5 macht, was unsere Meinung sei, und eure Majestät gab
uns ein wahres, leidenschaftsloses Wort, da ihr von Mit-
leid bewogen werdet und uns zu euch ruft.

Da wir (also) der Barmherzigkeit Gottes würdig er-
achtet worden sind, belehren wir eure Gläubigkeit durch
io dieses (Schreiben), dals wir durch die Gnade Gottes, als
unsere Nägel noch sehr zart waren, den Glauben der
Apostel empfangen haben und in und mit ihm erzogen
worden sind. Wir meinen und glauben ebenso, wie unsere
gottbekleideten heiligen 318 Väter das Glaubensbekenntnis
15 des Lebens und der Erlösung abgefafst haben, welches
unsere 150 heiligen Väter bestätigten, die sich hier einst
versammelten, und welches jene frommen Bischöfe be-
siegelten, die in Ephesos vereinigt waren und den gott-
losen Nestorios verjagten. Auf diesen Glauben der Apostel
20 sind wir deswegen getauft und taufen wir; dies Verständ-
nis der Erlösung ist fest in unseren Herzen begründet;
nur diese Lehre kennen wir nach der Definition im Glauben
und nehmen aufser ihr nichts anderes an, da sie auf alle
Weise vollständig ist und weder veraltet, noch nötig hat,
25 erneuert zu werden. Wir bekennen aber die anzubetende,
heilige Dreifaltigkeit, gleich an Natur, Kraft und Ehre,
die in drei Personen erkannt wird. Denn den Vater beten
wir an und seinen einigen Sohn, Gott das Wort, der
über den Zeiten ewig von ihm geboren wurde und ohne
30 Veränderung alle Zeit bei ihm ist, sowie den Heiligen
Geist, der vom Vater ausgegangen und dem Vater und
dem Sohne wesensgleich ist. Wir sagen, dafs eine der
Personen dieser heiligen Dreifaltigkeit, nämlich Gott das
Wort, nach dem Willen des Vaters in den letzten Tagen
35 zur Erlösung der Menschen Leib geworden ist vom Heiligen
Geiste und von der heiligen Jungfrau, der Gottesgebärerin
Maria, ein mit einer Vernunft- und verstandbegabten Seele
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