Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 207
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IX, 18. 19. Eroberung v. Rom. Rückkehr d. Severos. 207

woimerscliaft nicht schädigte oder durch Blutvergiefsen
aufrieb, abgesehen von dem, was an Tribut, Steuern und
Gehorsam nötig war, so rüstete er für ihn ein Heer aus
und sandte ihn nach Rom. Joannes, der dortige Ober-
priester, war in jenen Tagen (S. 288) gestorben, und
sein Nachfolger war Agapetos geworden. Als nun das
Heer nach Neapolis kam, wie die berühmte Stadt heifst,
die nicht sehr weit von Eom liegt, und sie es einnahmen,
da geriet der Senat (övynlrjrog) in Rom und ihr Rat (ßovliq)
samt ihrem Oberhaupte in Aufregung und Furcht, da sie
vorher betreffs Karthagos und des dortigen Tyrannen von
Afrika erfahren hatten, dafs er unterworfen sei. Da sie
dies bedachten, sandten1) sie zuvor eine Bittschrift, baten
um Frieden und versprachen, die Stadt zu überliefern.
Später sandten sie aber auch Geiseln; dann kam Belisarios
mit dem Heere dorthin und ward in der Stadt mit Lob-
preisungen der Einwohner empfangen, nahm sie in Besitz,
ohne sie zu schädigen, und verweilte dort einige Zeit,
indem er auch die übrigen Städte ohne Schädigung durch
Morde oder Verlust von Menschenleben einnahm und dem
Kaiser unterwarf. Hiervon ward der Kaiser unterrichtet
und freute sich. (Dies geschah) im Jahre XIII (tqigyml-
§£%üxr\).

Das neunzehnte Kapitel, über Severos, der ferner
nach Konstantinopel hinaufging und vor dem Kaiser er-
schien. — Der erprobte Severos kam schliefslich, da
er dringend vom Kaiser gerufen wurde, im Jahre XIV
(TeaöaQeöxcadsKdTii) nach Konstantinopel und ward liebevoll
im Palaste (nulaxLOv) vom Kaiser empfangen, den die
Kaiserin Theodora angetrieben und ermuntert hatte, die
von Liebe zu Severos erfüllt war, und in deren Augen
er geehrt und züchtig war. Als Epiphanios, der dortige
Oberpriester, gestorben war, war ihm Anthimos gefolgt.
Dies war ein Asket, der in freiwilliger Armut lebte, ein
Freund der Bedürftigen und gläubig. Er war Bischof

1) Lies o^Aao.
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