Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 208
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ahrens1899/0302
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
208 IX, 19. Rückkehr d. Severos. Sergios v. Res aina.

von Trapezunt, und da er sich aus (irgend einem) Grunde
dort befand, durch seinen Wandel hervorragte und dem
Kaiser und den Vornehmen wegen seiner Züchtigkeit be-
kannt war, so ward er zum Patriarchen eingesetzt. Die
Synode von Chalkedon nahm er nicht in den Glauben 5
auf. In Alexandrien aber ward nach der Vertreibung des
Gajanos, der ein Julianist war und dort drei Monate nach
dem Hinscheiden des Timotheos gewesen war, Theodosios
Bischof, ein angesehener, gläubiger, beredter, freundlicher,
milder Mann, der ein Bekannter und Freund des heiligen 10
Severos war. Da diese drei Oberpriester in Liebe und
Glauben Eintracht hielten (S. 289) und sich nicht von
einander trennten, so geriet Ephram von Antiochien in
Furcht und grofse Aufregung, und besonders Petros von
Jerusalem, der nicht gern ein Zänker1) oder Häretiker 15
war, obwohl er nach den Zeitumständen sich benommen
hatte, ward kraftlos, hörte auf und verharrte nicht.

Es begab sich aber2), dafs der Arzt (aQparQog) Sergios
von Eescainä in diesen Tagen nach Antiochien hinaufzog,
um gegen den dortigen Bischof Asylos3) zu klagen, indem 20
er berichtete, dafs er durch ihn geschädigt sei. Es war
dies ein redegewandter Mann, wohl unterrichtet durch das
Studium vieler griechischer Bücher und in der Lehre des
Origenes, die er einige Zeit in Alexandrien mit Uber-
setzungen der Schriften anderer Lehrer gelesen hatte, ver- 25
stand das Syrische zu lesen und zu sprechen und (ver-
stand) die Regeln4) der Medizin. Er war freiwillig gläubig,
wie es auch die Vorrede (jtQokoyog) zu der Übersetzung
des Dionysios bezeugt, die er sehr angemessen anfertigte,
sowie das Buch (Xoyog) über den Glauben, das er in den 30
Tagen des berühmten Petros, des gläubigen Bischofs, ver-
fafste. Jedoch in seinen Sitten war dieser Sergios sehr
locker in der Neigung zu den Weibern, war ausschweifend

1) S. Brockelmann 86 b. 2) S. 208, 18—210,11 bei Baum-
stark, lucubr. Syro-Graec. S. 359—61. 3) So auch bei Job.
v. Telia S. 59,18; Baumstark liest mit B. Hebr. chron. eccles.
,,Ascolius". 4) So mit Baumstark zu lesen.
loading ...