Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 224
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IX, 23. Brief des Severos an Theodosios.

liehen) Fügung benachrichtigt haben wird, denn auch er
hat mit euch in Gedanken und Werken Gemeinschaft —,
weil ich geglaubt habe, dafs die Gottesliebe in dir sich
darüber freuen und namentlich frohlocken wird, wenn ihr
die kanonischen Bündnisbriefe zu lesen bekommt. Wisse 5
aber, frommer Bruder, der du mir über alles lieb bist,
dafs die Forderungen jener Chalkedonier sich in nichts
von dem verheifsenen Vertrage des Ammoniters ISTahas1)
unterscheiden, den er mit den Kindern Israels schliefsen
wollte, die zu ihm sprachen: „Schliefse mit uns einen Ver- 10
trag, so wollen wir dir dienen." Er aber gab auf harte
(S. 303) und barbarische Weise die Antwort: „Daraufhin
will ich einen Vertrag mit euch machen, dafs ihr alle
euer rechtes Auge ausreifst und ich Schimpf über Israel
bringe." Wir bedürfen also grofser Wachsamkeit, eines 15
unveränderlichen Glaubens, der Gebete und Bitten, dafs
der nicht schlafe noch schlummere, der Israel behütet hat,
und dafs er die Schande auf die zurückfallen lasse, welche
erfolgreich und ruhmredig sind, und dafs wir nicht zum
Spott und Schimpf für die werden, die (uns) umringen, 20
wie David an einer Stelle singt2), obgleich sie vom Gött-
lichen abgefallen sind und Menschliches bekennen; denn
bei Ungläubigen und Feinden Gottes giebt es nichts Festes.
Doch dir, der du in den göttlichen Dingen verständig bist,
ist bekannt, was behauptet wird." 25

Das vierundzwanzigste Kapitel, Brief des Theo-
dosios an Severos. — „Den Frommen und allewege Heiligen,
unseren Bruder und Amtsgenossen, den Patriarchen Herrn
Severos, grüfst Theodosios im Herrn! Sehr mit Becht,
über alles von mir geliebtes Haupt, Fels Christi und un- so
erschütterlicher Wächter des lauteren Glaubens, ist unsere
Zeit selig, dafs sie den heiligen Kirchen Gottes eure
geistige Festigkeit gezeigt hat. Auch wir leben in guter
Hoffnung und erwarten, dafs von euch das untadelige Bild
eurer Vortrefflichkeit, das wir besitzen, bewahrt bleibe. 35

1) Vgl. 1. Sani. 11, 1.2. 2) Vgl. Ps. 22, 13.
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