Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 231
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IX, 25. Brief des Anthimos an Theodosios. 231

vor seiner Leibwerdung, als auch nachher, und nicht ward
der Dreifaltigkeit eine vierte Zahl hinzugefügt. Leidenslos
war er zwar als dem Vater wesensgleich, leidend da-
gegen im Fleische als uns wesensgleich; denn nicht nach

5 seiner eigenen Natur litt Gott das Wort, sondern in dem
uns wesensgleichen Fleische; und in unserer Gestalt litt
er, der jenes mit sich personhaft vereinigte. Gregorios
der Theologe hat (es) mit den Worten definiert: Nicht
leidend in der Gottheit, leidend in der Annahme; Einer

io ist er in den Wundern und Derselbe in den Leiden; der
Oekonomie gemäfs hat er unsere Leiden als freiwillige
und vorwurfsfreie zu den seinen gemacht; im Fleische aber
leidend und sterblich als Besitzer einer beseelten, vernunft-
begabten, leidenden und sterblichen Natur, während der

15 ganzen Zeit der Oekonomie, so dafs er nicht zum Scheine
litt, sondern in Wahrheit und in einem zum Leiden

. geschaffenen Fleische litt und am Kreuze starb. Aber
in der Gott geziemenden Auferstehung stellte er (das
Fleisch) wieder her und machte es leidenslos, unsterblich

20 und auf jede Weise unverweslich, während er es infolge
der heiligen und sündlosen Vereinigung mit dem Mutter-
schofse besafs. Indem wir also eine Veränderung derjenigen
verstehen, die zur Einheit eilten, ich meine nämlich der
Natur der Gottheit und der Menschheit, trennen wir sie

25 doch nicht von einander, oder zerschneiden diesen Einen
in Zwei oder in zwei Naturen, noch bringen wir eine Ver-
wirrung hervor, indem wir die Verschiedenheit der Gottheit
und der Menschheit aufheben, sondern wir bekennen ihn,
den Immanuel, als Einen aus Zweien. Indem ich dieses

30 meine und auf dieser Meinung wie auf einem Felsen stehe,
verfluche ich die Abweichung von der Wahrheit bei diesem
oder jenem." Und des weiteren der Friedensgrufs in dem
Briefe.

Das sechsundzwanzigste Kapitel des 9. Buches,
35 Brief des Theodosios an den Oberpriester Ailthimos. —-
„Den Frommen und in allem Heiligen, unseren Bruder
und Amtsgenossen, den Oberbischof und Patriarchen, Herrn
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