Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 234
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234 IX, 26. Brief des Theodosios an Anthimos.

schrieben habe, dafs ich (nämlich) bekenne, eine Definition
des Glaubens anzunehmen: die, welche zu Nikaia unsere
318 Väter durch den Heiligen Geist aufsetzten, welche die
Synode der 150 besiegelte, sowie die zu Ephesos durch
unsern Vater Kyrillos (berufene), der in den zwölf Kapiteln 5
(%£cpcilaia) den Nestorios zurückwies. (S. 312) Aber ich
nehme auch die kircheneinigende Schrift des Zenon an,
die zur Beseitigung der Synode von Chalkedon und des
Tomos des Leon verfafst worden ist, indem ich bekenne, dafs
Gott das Wort, dem ewigen Vater wesensgleich, Licht vom io
Lichte, wahrer Gott vom wahren Gotte, Fleisch und Mensch
ward durch den Heiligen Geist und von der immer jung-
fräulichen Maria, beseeltes und vernunftbegabtes, uns
wesensgleiches Fleisch, und in allem uns gleich ward, aus-
genommen die Sünde; denn „er that keine Sünde, und in 15
seinem Munde ward kein Betrug erfunden", wie die Schrift
gesagt hat.1) Denn es war recht und billig, dafs die
Natur, die in Adam überwunden ward, in Christo einen
Kranz (des Sieges) über den Tod winde. Deswegen sagte
auch der Apostel2): „Da die Kinder am Fleische (und 20
Blute) teil hatten, so hatte auf gleiche Weise auch er
an ebendenselben teil, damit er durch den Tod den ver-
nichte, der die Herrschaft über den Tod besitzt, nämlich
den Satan, und die befreie, die ihre ganze Lebenszeit in
Todesfurcht der Sünde unterworfen waren." Wenn wir 25
aber in einer anderen Natur überwunden worden wären,
und Gott das Wort nicht diese angenommen hätte, oder
wenn er jenes Fleisch, das von uns genommen und person-
haft mit ihm vereinigt ward, durch die ihm innewohnende
Lebenskraft zu einem leidenslosen und unsterblichen ge- 30
macht hätte, wie einige Narren sagen, so wäre unser Glaube
eitel, weil es nichts Grofses ist, dafs der Satan vom
Herrn überwunden wird. Aber in einem leidensfähigen und
uns wesensgleichen Leibe erlitt er vorwurfsfreie Leiden,
empfing den Tod, trat auf den Stachel der Sünde und löste 35

1) 1. Petr. 2, 22. 2) Hebr. 2, 14. 15.
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