Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 252
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252 XII, 7. Geographie des Ptolemaios.

würden. Ferner aber eine Zeit von 130 Jahren nach
ihm bemühte und beeiferte sich gleichfalls auf schöne
Weise Ptolemaios Philometor und forderte durch Boten,
Briefe und Geschenke, die er sandte und schickte, die
Landeshäupter der Völker auf, ihm die Grenzen der 5
Länder ihrer Herrschaft und der ihnen benachbarten Völker
sowie ihren Wohnsitz und ihre Gewohnheiten aufzuschreiben
und zu senden. Da sandten sie ihm schriftlich (Antwort),
mit Ausnahme der Nordseite, die sich nach Osten und
Westen ausdehnt. Aus zwingenden (Gründen) haben wir io
beschlossen, es hier zuletzt zur Belehrung der Verständigen
zu schreiben. Die Schrift lautet folgendermafsen.1)

(S:336) Diese Schrift über die Völker des Erdkreises
ward, wie oben geschrieben, auf Betreiben des Ptolemaios
Philometor, im 30. (Jahre) seiner Begierung, 150 Jahre 15
vor der Geburt unseres Erlösers verfafst, sodafs sich bis
heute, bis zum 28. Jahre der Regierung des durchlauch-
tigsten Kaisers Justinianos in unseren Tagen, das ist
dem 866. Jahre des Alexandros und der 333. Olympiade,
eine Zeit von 711 Jahren ergiebt. Wie viele Städte sind 20
also in dieser Zeit von Ptolemaios bis heute auf dem Erd-
kreise bei allen Völkern gebaut und hinzugefügt worden,
und besonders nach der Geburt unseres Erlösers! Es
herrschte Frieden unter den Völkern, Nationen und Spra-
chen; aber sie bewahrten ihre frühere Gewohnheit nicht, 25
sondern erhoben sich, ein Volk wider das andere, mit
Kriegen und Schwertern, und stritten im Kampfe, da an
ihnen der Prophetenspruch sich erfüllte, der da sagt2):
„Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen zerbrechen,
und ihre Lanzen zu Sicheln." 30

Neben diesen (oben genannten) sind auf der nördlichen
Seite fünf gläubige Völker, deren Bischöfe 24 (an der
Zahl) sind; ihr Katholikos ist in der grofsen Stadt Dwin,
im persischen Armenien; (S. 337) der Name ihres

1) Den jetzt folgenden Auszug aus Ptolemaios lassen wir
in der Übersetzung weg. 2) Jes. 2, 4.
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