Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 258
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Anhang I. Theodosios und Romanos.

wesensgleich.". Als von diesem ihrem Streite der Ober-
bischof Theodosios während seines Aufenthaltes in Ägypten
hörte und einen Anstois der Menge fürchtete, da jene die
Häupter der Orthodoxen waren, bemühte er sich, sich
selbst Zwang auferlegend, heimlich nach Syrien in die 5
Stadt Antiochien zu kommen und jene zur Eintracht und
zum Frieden zu bringen. Einige aber sagen, dafs jener
gute Hirte besonders deswegen sich beeilt habe, zu dieser
Reise zu kommen, da er wünschte, zum heiligen Simeon
zu gelangen und zu kommen, der in jenen Gegenden auf 10
einer Säule stand und von der Menge wegen seiner Züch-
tigkeit gepriesen wurde, um nicht zuzulassen, dafs er von
Theodoretos und anderen Häretikern verführt würde und
ihrem Unglauben beistimmte, — als welcher ein einfacher,
schlichter, durchaus nicht gelehrter (S. 342) und in der 15
Genauigkeit der richtigen Lehren der Kirche unbewanderter
Mann war —, und dies für die Menge ein Fallstrick würde.
Allein der Satan, die Plage unseres Geschlechtes, hinderte
seine Freudigkeit, der ihm auflauerte, ehe er mit dem
Greise in Verkehr kam, ihn erjagte, gebunden aufhob und 20
vor Pharao stellte. Denn da er schon lange die ganze
Reise von Ägypten bis Syrien sorgsam zurückgelegt hatte,
traf er, als er vor den Thoren der Stadt Antiochien war,
auf den Gajanos, den Landbischof (%a>QejtC6%OTtog) der dor-
tigen Kirche, der von der Menge geleitet wurde. Da 25
einer von denen, die ihm vorangingen, ihn als einen er-
kannte, der in jenen Ländern gewohnt hatte, — in dem
Kloster, welches das von Beth Mär Bäzai (?) heilst —,
und es dem Landbischofe meldete, ward er sofort als eine
grofse Beute ergriffen, der vorher überall nachgespürt 30
worden war. Und da er den Behörden der Stadt über-
liefert ward, ward er von diesen im Gefängnisse einge-
schlossen, was sie sofort dem Kaiser meldeten. Als aber
Markianos von ihnen die Ergreifung des Oberbischofs er-
fuhr, befahl er, dafs man ihn nach Konstantinopel hinauf- 35
sende, indem er durch Magistratsdiener (rcv^gcärat) von
Stadt zu Stadt gebracht werde.
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