Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 260
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260 Anhang I. Theodosios und Romanos.

kennerschaft und Zeugenschaft wand. Während er aber
vollendet ward, war jener selige Petros, unser Vater, in
Alexandrien; der sah ihn in derselben Nacht im Gesichte,
geleitet von einer Menge von Engeln und angethan mit
weifser Stola, welche der Oberbischof von Jerusalem zu 5
tragen pflegte, wenn er taufte. So wurde er zum Himmel
erhoben; als dies aber jenen Brüdern, die bei ihm gewesen
waren, bekannt ward, die für Zweinaturenleute galten, da
trafen sie mit aller Sorgfalt Vorkehrungen, seinen Leich-
nam zu rauben, in einem ihrer Tempel beizusetzen und 10
das Gerücht auszustreuen, dafs er längst mit ihnen über-
eingestimmt und sich ihrer Euchlosigkeit zugesellt habe.
Nachdem sie mit leichter Mühe seinen heiligen Leichnam
weggenommen und in ein Schiff gelegt hatten, segelten
sie sofort ab; und als sie nach Kypros gekommen waren, 15
setzten sie den Oberpriester, Bekenner und Zeugen in
einem Kloster bei, welches damals orthodoxe Mönche inne
hatten und bewohnten. Sein Gedächtnis aber findet statt
am 30. Kanün I (Dezember), sofort nach dem Gedächtnisse
des Jakobos, der der Gerechte und Bruder unseres Herrn ge- 20
nannt wird, der auch der erste (S. 344) Oberbischof von
Jerusalem war. Wir müssen uns mit Recht wundern, wie
auf gleiche Weise das Gedächtnis des ersten Oberpriesters
von Jerusalem und das des Theodosios, des Bischofs der
Orthodoxen, sich getroffen haben. 25

Nachdem aber der selige Romanos, der Vater der
Mönche und Erzvater, fünf Jahre in der Verbannung in
Antiochien zugebracht, die Menge durch die orthodoxe Pre-
digt erleuchtet und vom Irrtume zur Wahrheit umgewandt
hatte, da setzte zwar jener mit Gott streitende Frevler 30
Markianos in anderer Absicht und Hoffnung den Seligen
dort gefangen, da die Stadt zur damaligen Zeit den
Nestorianern gehörte als eine, welche die Mutter des
Paulos von Samosata und des Nestorios, der Ruchlosen, ge-
wesen war, und in der zur damaligen Zeit Oberpriester, 35
Kleriker und viele Weltliche wie jene herrschten. (Denn)
er hoffte, dafs der kraftvolle Krieger Christi, der selige
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