Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 262
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262 Anhang I. Theodosios und Romanos.

Fürsorge des Herrn fand er eine für ein Kloster und die
Anlegung eines Coenobiums passende Anhöhe, gegen zwei
Millien von dem heiligen Propheten Zacharias, innerhalb
des Gebietes des Dorfes, welches Kefar Turban genannt
wird und der Kaiserin Eudokia gehört. Auf Bitten dieser 5
Kaiserin Eudokia aber baute er dort ein grofses, würdiges
Kloster, indem Gott (ihn) unterstützte, kräftigte, mit allem
beschenkte und aussandte, die Häuser ringsum zu besuchen.
Nachdem er also in demselben gewohnt und lange Zeit gelebt
hatte, viele Seelen mit voller Heiligkeit und evangelischem 10
Wandel ausgerüstet, vernunftbegabte Schafe Gott als
lebendes, dem Herrn wohlgefälliges Opfer dargebracht und
unter diesen (Umständen) den schönen Kampf (aycov) ge-
kämpft, seinen Lauf vollendet und den rechten Glauben
bis ans Ende bewahrt hatte: da ging er in gutem Greisen- 15
alter in der Fülle der Tage zu Jesu, den er lieb hatte,
und sein heiliger Leib ward dort unter dem heiligen Altare
beigesetzt. Auch dabei geschah aber ein grofses Wunder,
das wir nicht verheimlichen dürfen. Als nämlich der
Platz für den Tempel gebaut ward und die Brüder 20
den Platz unter dem heiligen Altartische ausgraben und
herstellen wollten, damit der Selige dort hineingelegt werde,
weigerte jener sich und wollte nicht, dafs es geschehe.
Da aber jene sich nicht erfrechten, ihm zu widerstehen,
bemühten sie sich nur, den Boden des Tempels zu ebnen: 25
es war aber ein harter Felsen. Und da sie hieben und
ebneten, öffnete sich plötzlich eine von selbst entstandene,
von Gott gebaute Höhle, die nur hinreichte, den Leib des
Heiligen zu fassen. Als er, wie gesagt, nach einiger Zeit
starb, ward er in ihr (S. 346) unter dem heiligen Altare 30
mit grofsem Preise und Ehren beigesetzt. Das Gedächtnis
aber des Heiligen, unseres Vaters Romanos, des Presbyters
und Archimandriten, findet statt am 25. des Tesrin II
(November), sechs Tage vor dem Gedächtnisse unseres
Vaters, des Bischofs Petros. Denn es ziemte sich für sie, 35
da sie geschwisterliche und an Ehren gleiche Tugenden
erworben hatten, dafs sie auch Gedächtnisfeiern besäfsen,
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