Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 270
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Anhang II. Leben des Isaias.

wesensgleich zu bekennen, verfluchte jener in allem be-
rühmte Petros diejenigen, welche nicht so bekennen würden.
Einige nun von ihnen stritten weiter bei ihm mit denen,
die seiner Meinung waren, über diese Sache. Da beschlossen
beide Parteien, den grofsen Isaias zu fragen, welche Mei- 5
nung er darüber habe, (S. 353) nachdem sie einander ver-
sprochen hatten, demjenigen beizustimmen, was von ihm
hierüber gesagt werden würde. Als sie zu ihm kamen,
hörten sie von ihm ebendieselbe Entscheidung gegen die-
jenigen, die nicht von dem Einen, unserem Herrn Jesus io
Christus, bekennen würden, dafs er in der Gottheit dem
Vater wesensgleich, aber ebenfalls in der Menschheit uns
wesensgleich sei.

Als betreffs einer Streitfrage über die Kanones, die
in Alexandrien zwischen denen entstand, die deswegen von 15
einander sich trennten, jene beiden gefragt wurden, gaben
sie die Entscheidung in völliger Ubereinstimmung. Zu
dem berühmten Isaias kamen jener bewunderungswerte
Joannes, der Archimandrit eines Klosters in Ägypten
und Bischof von Sebennytos, der auch durch mannigfache 20
geistige Gaben berühmt war, begleitet von vielen heiligen
Männern, Mönchen aus Ägypten, unter denen der Vater
Agathon war, sowie Joannes, genannt „von Panephusos",
und der Vater Panasu (?). Da nun jener heilige Mann
nicht umhin konnte, jene zum Gespräche zu empfangen, 25
so liefs er sich, da er jedermann gleichachten und nicht in
den Verdacht kommen wollte, dafs er jene zwar empfange,
die anderen aber nicht, in diesen Tagen bei geöffneter
Thür von jedermann sehen, die von allerorten zu ihm
kamen, und hatte mit allen allgemeinen Verkehr. 30

Derart aber war die ihm von Gott gegebene Weisheit,
obwohl er durchaus nicht in weltlicher Bildung bewandert
war, dafs Aineias, ein Sophist der Stadt Gaza, ein sehr
christlicher, sehr gelehrter und in aller Weisheit berühmter
Mann, als einer von denen, die beständig bei ihm waren, 35 ,
mir sagte: „Oftmals, wenn ich an irgend welchen Stellen
im Zweifel bin betreffs der Worte des Piaton, des Aristo-
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