Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 272
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Anhang II. Leben des Isaias.

besiegt habe, oder ob er durch Gottes Gnade eines solchen
Ranges würdig erachtet sei; er aber sagte, er gleiche
einem Bauer, der seinen Acker umwandert, und wenn er
eine schädliche Wurzel findet, dieselbe ausreifst.

Soviel von der den drei Heiligen gegebenen Gnade 5
Gottes, deren Wandel ich nach Kräften beschrieben habe,
wovon ich einiges von anderen glaubwürdigen Leuten auf
verschiedene Weise gehört, einiges zum Teil selber er-
fahren habe.

Als Zenon, „die Vollendung der Gottesfurcht'', (es) 10
hörte und begierig ward, jene Männer zu sehen (S. 355),
sandte er den Kornes, einen der königlichen Eunuchen, der
seinen Platz unter den Ersten hatte, mit seinen Briefen
zu ihnen, und bat sie durch diese, mit anderen heiligen
Männern zu ihm zu kommen, damit er mit eigenen Augen 15
ihre Tugenden sehe, ihre Gebete empfange und durch ihre
in Wahrheit priesterlichen und geistlichen Belehrungen
und Segnungen erfreut werde. Da aber jener grofse Petros,
noch ehe ihm das königliche Schreiben gegeben war, dessen
Inhalt erfuhr, verbarg er sich, indem er vor jeder eitlen so
Ehre floh, und liefs sich nicht sehen, verliefs seitdem
Palästina und kam in die Gegenden von Phönike, die
am Meere liegen. Als aber der bewunderungswürdige Theo-
doras in Alexandrien samt anderen asketischen Bischöfen,
Presbytern und Mönchen von dem genannten Eunuchen 25
des kaiserlichen Gemaches (koltcov) und von dem, der damals
an der Spitze des Soldatenstandes stand und die Ver-
waltung der Angelegenheiten des Staatswesens (TtoXirsia)
führte, gebeten wurde, zum Kaiser zu gehen, meinte man
von ihm, dafs er sich herbeilassen werde, die anderen nicht 30
zurückzuhalten, welche das der kaiserlichen Einladung
gegenüber Geziemende zu thun wünschten, bis sich ein
für sie (geeigneter) Zeitpunkt finde, ihr Folge zu leisten.
Aber auch er verbarg sich und liefs sich nicht sehen.
Da aber der, der die kaiserlichen Briefe brachte, darauf 35
bestand, zum grofsen Isaias nach Palästina zu gehen, kam
•er zwar zu ihm und zwang ihn, ein Gespräch mit ihm
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