Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 333
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Anmerkungen.

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wegen der Vereinigung mit dem Akak ins Werk gesetzt hatte,
durch das als Orthodoxer zu erscheinen bemüht, was jener in
einem Synodalschreiben (? 6vvo8i%rj) an den Fra'Itos, den
Erben des Akak, gesandt hatte. Da er später wünschte, die
Weihe als Presbyter in Alexandrien zu empfangen und mit
dem Hausmeisteramte der Kirche betraut zu werden, so ver-
anlafste er viele von denen im Palaste, brieflich wegen dieser
Sache den Athanasios zu drängen, der nach Petros das Ober-
priestertum empfangen hatte. Da aber das Volk (von) Wohl-
wollen gegen Petros, (erfüllt war) und ihn in gutem Andenken
hatte, so hafste es jenen mit Recht als einen, der die Ursache
von Myriaden von Wirren geworden war; sie schrieen in
ihrer Not, er sei ein Dämonischer, der der Fesseln bedürfe, und
bezeugten, es sei eine Unmöglichkeit, Hand an ihn zu legen.
Indem er zuletzt kühn wurde, nahm er wieder den Namen der
Synode an, deren Ankläger er vorher war, und gab sich dem
Klerus von Jerusalem hin, indem er sich (wieder) dem Eifer
zuwandte, durch den er die Ursache vieler Wirren ward, indem
er öfter zum Kaiser ging und wieder zurückkehrte, (so) auf
jede Weise gegen die Einigkeit der Kirchen hetzte und den
Frieden und die Ordnung seines Landes vernichtete. Indem
er sich später den Anschein gab, als wolle er einen Beweis
seiner Sinnesänderung geben, rüstete er eine Beleidigung gegen
den Erben des grofsen Petros, gegen die Gesinnungsgenossen
der (beiden) und gegen alle diejenigen, die vorher von ihm
bewundert waren, als er in die Gegend am Strande der Stadt
Gaza kam, in der Klöster jener (Männer) waren. Obwohl er
aber wufste, dafs der gottliebende Severos in der Lehre der
Gottesfurcht unbesiegbar sei und sein Antlitz von allen Häre-
sieen gleicherweise abwende, insbesondere von der des Apolli-
naris, Nestorios und Eutyches, der Bekämpfer Gottes, so hatte
er (doch) im Sinne, gegen ihn den ganzen Kampf zu führen.
Da er aber nicht imstande war, dessen unbesiegbare Zunge
zu ertragen, noch auch die Tiefe seiner Gedanken und die
Reinheit seiner Lehren, so hielt er gegen ihn und gegen die
anderen Mönche, deren Fürsprecher {ßvvrjyoQog) vor dem Kaiser
er war, eine Predigt vor der Kirche, indem er darin unseren
einen Herrn Jesus Christus in zwei Naturen halbierte. Zuletzt
aber vertrieb' er durch die von den Kirchen jene aus ihren
Coenobien, durch die, welche sich stets friedlich zu ihnen ge-
stellt hatten und diese ihre Sinnesänderung jenen gegenüber
als einen Kampf zwischen einem brüderlichen Paare em-
pfanden, so dafs sie jene vorher Orthodoxe zu nennen
pflegten, bis die genannte Erregung gegen jene auf die ge-
nannte Weise eintrat. Dies war die Ursache davon, dafs Severos,
der Liebhaber der göttlichen Philosophie und der Ruhe, in diese
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