Zacharias <Gazaeus>  ; Mayer, Carl; Ahrens, Karl Wilhelm Christian   [Hrsg.]
Die sogenannte Kirchengeschichte des Zacharias Rhetor — Leipzig, 1899

Seite: 381
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Anmerkungen.

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stimmt auch seine Bezeichnung als „eines gerechten und be-
rühmten Mannes". G-lz.

253, 2. Gurzän bei den Syrern und Gorzän bei den
Arabern ist Iberien (Georgien); die Namensform ist entstanden

aus dem persischen Gurdji, Gurdjistan. ^ ijj Gorzan, Ibn
Khordädhbeh ed. de Goeje, Leiden 1889, 122 (93 der Übers.).
Nach unserem Verfasser stehen die Iberer offenbar noch in
enger Kirchengemeinschaft mit den Armeniern; das stimmt
mit den armenischen Berichten überein, welche die Bückkehr
der Iberer zur Orthodoxie erst ans Ende des 6. Jahrh. setzen. Glz.

253, 5. Arrän (vgl. auch 254, 19) ist ganz sicher Alba-

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nien (Aluankh). Der Name (arm. Aran, arab. Arrän, Ibn

Khordädhbeh a. a. 0. S. 122 [93 d. Übers.]) wird von Incicean
(a. a. 0. S. 301) mit Arcah indentifiziert, einer östlichen Pro-
vinz Armeniens, welche wie Phaytakaran in der Geographie
des sg. Moses von Choren als von den Albanern annektiert
aufgeführt wird. Die Grenzen zwischen Armenien und Albanien
sind fortwährend fliefsende. Seit dem Untergang des armeni-
schen Königtums dehnte sich das Fürstentum der Albaner be-
deutend nach Süden aus. St. Martin (vgl. zu 252, 33) 270 führt
eine Reihe Zeugnisse an, wonach Aran so ziemlich dem arme-
nischen Osten d. h. Albaniens entspricht. Die Könige von
Albanien waren schon im 4. Jahrhundert persische Vasallen.
Faustus Byz. 5, 4. 5. Nach der armenischen recht alten Uber-
lieferung hat Mesrob auch ein Alphabet für die albanische
Sprache erfunden. Diese selbst ist im Laufe der Jahrhunderte
dem Armenischen gewichen. Moses von Kalankaytukh, der
nationale Geschichtschreiber (10. Jahrh.), schrieb armenisch. Glz.

** X MI

253, 8. Sisagän (arm. Sisakan, arab. ^Lp..w.u./;.w.Jf, al

Slsagän, Ibn Khordädhbeh a. a. 0. S. 122 [93 der Übers.]) ist
der persische Name der armenischen Provinz Siunikh. Moses
Chor. 1, 12. Politisch hatte diese Landschaft stets ihre Sonder-
existenz unter eignen Fürsten (vgl. gerade für das 6. Jahr-
hundert Procop. B. P. 1, 15 p. 74, 7. IIsQOccQiisvicöv ts Kai
Zovvix&v) und ebenso kirchlich; ihr Bischof wurde Metropolit
und erhielt den Titel Erzbischof und Protofrontes (corrumpiert
aus TiQazo&Qovos). Über die eigne Sprache finde ich aber nichts
überliefert; jedenfalls sind die Siunier früh armenisiert. Unter
den Heiden sind vielleicht die Bewohner des Distrikts Golthn
zu verstehen, welche im 5. Jahrhundert noch unter Mesrob dem
Christentum hartnäckig widerstanden. Die Landschaft wird bald
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