Allgeyer, Leo
Die Münsterkirche zu St. Nikolaus in Überlingen: ein Beitrag zur Baugeschichte und ästhetischen Würdigung des mittelalterlichen Denkmals — Wiesbaden, 1879

Seite: 15
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indem die jetzige städtische Pfarrgemeinde mit den Filialen
Aufkirch und Goldbach an deren Stelle trat. 4)

Der Chor der Kirche zu Aufkirch hat ein hübsches
Netzgewölbe und schlanke gothische Fenster, die Gurten
des Gewölbes ruhen auf schön gegliederten Konsolen;
Beachtungswerth sind der Hauptaltar: Christus am Kreuz
mit Maria, Johannes, dem Erzengel Michael und dem h.
Nikolaus, Johann Baptist und Andreas, treffliches Schnitz-
werk in Holz aus dem Ende des 16. Jahrhunderts.
Ferner einer der Seitenaltäre mit Maria, den Aposteln
und Märtyrern, ebenfalls Holzschnitzerei in schöner und
fleissiger Arbeit aus dem 15. oder 1(1. Jahrhundert.
Zwei vortreffliche Gemälde auf Goldgrund, Christus am
Kreuze aus dem 15. und ein Ecce homo, wohl aus dem
17. Jahrhundert, schmücken die Chorwände und erinnern
daran, dass wir zum Schlüsse dieser unserer Betrachtung
gelangt sind.5)

4) Vgl. Staiger, Stadt Ueberlingen.

•'') Ein altes, gutes Vortragkreuz von Metall, lose auf die Stange gesetzt,
dUrfte, in Anbetracht der einsamen Lage der Kirche, in welche Jeder ohne alles
Weitere Zutritt hat, dem MUnsterschatze zugetheilt werden. Noch Anfang dieses
Jahrhunderts soll das Kirchlein im Resitze bedeutendei' KunstschUtze an Gemälden
und Schnitzereien gewesen sein.
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