Allgeyer, Leo
Die Münsterkirche zu St. Nikolaus in Überlingen: ein Beitrag zur Baugeschichte und ästhetischen Würdigung des mittelalterlichen Denkmals — Wiesbaden, 1879

Seite: 76
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgeyer1879/0090
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
— 76 —

Schlusswort.

Der kaum mehr länger abzuweisenden Notwendig-
keit, sowohl am Aussen- wie am Innenbau' des Münsters
Renovationen und Restaurationen vorzunehmen, ist die
jüngste Zeit nach Kräften nachzukommen bestrebt ge-
wesen, wenn auch sehr oft mit mehr gutem Willen, als
leider mit besonders glücklichem Erfolge. Wenn in einer
schon vor Jahren erschienenen Schrift über die Zustände
der Stadt Ueberlingen zu lesen war, dass die Münster-
restauration eine „umfassende" sei, so war damit des
Guten zu viel gesagt!

Eine Restauration in diesem Sinne würde Summen
erheischen, welche nur durch ausserordentliche Beihilfe
beschafft werden könnten, während schon das Ge-
schehene nur mit Beihilfe von Zuschüssen aus den
Erträgnissen des Hospitalfonds ermöglichet worden ist.

Es würde sich in diesem Falle, d. h. soll die Re-
stauration eine Umfassende werden, vor Allem um die
Beseitigung von Gefahr drohenden Rissen und
dergleichen Schäden, welche man als Folge
gewisser Senkungen betrachtet, und um den
Ausbau der Thürme handeln, während dem Gan-
zen die Aufstellung eines einheitlichen Restaurations-
planes für den Gesamnitausbau vorauszugehen hätte.

Den Zeitpunkt, welcher diese Hoffnung zur Wahr-
heit werden lässt, — wer kann ihn vorausbestimmen ?

Möchte das mächtige Getön' der „Osanna" stets
fort Friede bedeuten, dann wird auch dieser Wunsch
einst in Erfüllung gehen und das Wahrzeichen der Stadt,
— das Vermächtniss reichsstädtischer Kraft und Selbst-
ständigkeit, — ehe demselben das Schiksal des Zerfalles
beschieden, zum ganzen und vollen Abschlüsse gebracht
werden können! —
loading ...