Münsterbau-Verein <Konstanz>   [Hrsg.]
Das Alte Konstanz: Stadt u. Diöcese in Schrift u. Stift dargest. — 1.1881

Seite: 5
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(Rosqartensamigl.

Unserer lieben

Srauen Alünster in (Loilstanz.



u den ältesten chriftlichen Bandenkmälern des Gberrheins gebört
neben den Rirchen der Insel Reichenan das Nkünster zn Lonstanz.
Nach dem einstimmigen Urtbeil ist dasselbe ein ebenso lststorisch
wie k'nnftgeschichtlich interessanter Ban.

Onrch das hohe Ansehen nnd die Bedentnng der frnheren
Bischofsstadt Lonstanz fällt anf sein Atnnster, das ans jener Zeit
der Glorie noch als ehrwnrdige Beliquie erhalten ist, ein eigen-
thüinlichsr Glanz; ilnd weil der Dom selbst unter dem schaffenden
Geiste von nenn Iahrhnnderten feine jetzige Gestalt erhalten hat, so kann derselbe fchon
destwegen einen Anfprnch darauf erheben, dast man an ihm nicht vorübergehe, ohne ihn
sinnend zu betrachten und eingehender zn dnrchforschen.

Gs ist schwer, ja wohl nnmöglich, das Iahr genan zu bestimmen, in welchem
auf dem jetzigen Banplatze das erste Gotteshaus ist errichtet worden. *) Ls fällt diese
^rage vermnthlich mit der anderen znfammen, wann nämlich das Lhristenthnm daselbst
ist eingeführt worden. Bimmt man mit Grnnd an, daß znr Zeit, wo Bischof Alaximus
nm 560 n. Lhr. den Bischofssitz von Bindonisfa (Bindisch) nach Lonstanz verlegte, bereits

*) Auf deni Nlünsterplatze fand inan auch römische Ueberreste, nämlich einen räimschen Lstrich, !)eizröhren,
Scherben, Manerwerke nebst einer Gratiansmiinze (gesammelt im Rasgartemnnseum), welche auf eine römische Niederlassung
kinweisen. vgl. den nachstehenden Aufsatz: „Ueber den römischen Ursxrung und die erste Anlage der Stadt Lonftanz."
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