Münsterbau-Verein <Konstanz>   [Hrsg.]
Das Alte Konstanz: Stadt u. Diöcese in Schrift u. Stift dargest. — 1.1881

Seite: 9
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/alte_konstanz1881/0013
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
2 Aeste von 2lrchivolte>i, ga»z im lvtile der Arrpta, die ini jetzige» 2Nüiistertburme als
ÜUaiierstücke sich vorsande»; bei Restauratio» der Rrspta fa»d ma» gleichfalls bei der
Äodeiilegimg ei» Aruchstück deffelbe» tXiles, bas u»ter dem »ütllere» ^eiister dafelbst ei»
gemauert ist. Mir gelauge» damit pir zweite» jX'riode des Alüusterbaues:

2. Die Rircbe dos ^Ziscbofs Nonmald.

Die Urkuude» melde», datz die Domtirche im eilfte» Iabrluuidert eiiie» merk-
liche» Liiisturz erlitte» liabe, fo datz Lüschof Romuald diefelbe um 1052 bis 1068 »eu
aufbaue» uiid fie fo viel erweiter» lies, daß Gebbard lll. vo» Zäbriiige» es für
»ötbig bielt, sie im slabre l078 auf's dbeue eiuzuweibein *) Gs ist diefer »eue dZau »ie

mebr der Aerstöruiig a»beimgefalle>n vielmehr
blieb er i» seine» chauptbestaudtheile» bis
zur ^tuude gut erbalte». >§s gelüigt bei »äbe-
rer Uuterfuchuiig, diefe» romanifche» Rernbau
aus feiueu fpätere» Zutbate» loszuschäle» uud
eiue restaurirte dluficht desfelbe» ideel ,pi
eiitiverfe». Darnach baute Bifchof Uomuald
eiue dreischiffige Uafilika. Durch das L'ä»
geufchiff wurde ei» (lsluerfchiff gelegt, so daff
sich dis Rreuchorm bildete. Acht ^äuleu-
paare — mächtige Alouolitbe» — mit kelch-
förmige» Mürfelkapitelle» u»d attischer Aasis
trage» die kUäude des Alittelfchiffes. **) Diese
si»d mit je »eu» einfache» ^ichtöffuuiige» ver-
sebe», ebenso fchmucklofe Luzide» zeigte» die
^eitenschiffe; der quadratifche Lboralfchluß
batte 5 Lüchtöffiiuiige». 2luf der Uieruug, d. i.
da, wo jetzt der fchmucke gotlüfche Dachreiter
sitztz war eiust »ach der dlugabe des Cihro-
»i st e» ti? p et b ***) ei» fchönes groffes Glockein
liaus. Aach de» »och vorhandene» kliiter
baute» zu fchlieffe», rvar dasfelbe, äbiüich dem
zu Aeicheiiau-Gberzell, ei» viereckiger mafsiver
Lburm »üt eiuer pvramidale» Lburmbaube
uud eiiüge» d'challöffiiuiige».

Oie Aiauer» der Gafilika mit lff. A'teter
Dicke bestsbe» aus zubehaueue» Rieselu i»
festem Alörtelgutz; das Dachgesimfe ist aus
löaustei» uud uuter demselbe» führl ebenfalls
aus Riefel ei» Aogeufries berum.

(Fortsetzung folgt.)

*) vgl. M a m o r, geschichtl. Topograxhie der Stadt Aonstanz. Ronstanz, Selbstverlag.

**) Eine überraschende Aetznlichkeit zeigt sich in der 2Inlage in der Uirche zn Steiu am Rhein; daselbst ist die
Basis der Sänlen unter dem neugelegtcn Fnßboden zu finden.

***) Die Thronik von Sxeth sS. 2;2)"berichtet i „I2gg am Septeinber verbrannte das kostbare auff dem Lreutz-
Gebäu der Thomb Airche gestandene Glocken-Pauß sammt dem halben Tach der Uirche."

y
loading ...