Münsterbau-Verein <Konstanz>   [Hrsg.]
Das Alte Konstanz: Stadt u. Diöcese in Schrift u. Stift dargest. — 1.1881

Seite: 27
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Befreindlich ist auf den ersten Blick die Äichtung der vou Lferrn Leiner beschrie-
benen Mauern, insbesondere jener von 2 Aleter Oicke, welche sich als die äußere d. i.
die Umsassungsmauer darstellt. ^>ie entspricht aber als die Mestlinie dein allerdings etwas unre-
gelmätzigen viereck, welches das Münster, deu unteru und obern Ulünsterhos init der
ebemaligen j?salz umschließt, etwa öOO ^ntz in der Länge und ungesäbr ebensoviel in der
Breite mißt und demnach um ein Unbedeutendes größer ist, als z. B. das in der Äid-
sronte 260 Huß messeude Lastruin von Burg !^tein. Genau auf die Ulitte der !5>üdseite
dieses Geviertrauines — aus den jetzigen ^üdeingang des obern Ulünsterboss — zielt
auch die Richtung der alten voin Lburgau in die !5>tadt sübrenden Böinerstraße, soweit
sich dieselbe durch die 2lusgrabungen von den jg. 1822 2ö seststellen lätzt. Ls ist dies die
uralte von j?svn (riä tiiie.8) uach Lonstanz uud von da weiter nach Arbon sübrende und
bezüglich der ii>trecke zwischen Tägerweilen und Gininishosen noch heute so genannte
„bsochstratzs". *) i5>ie -erreichte beim vormaligen Lminishoser Tbor das jetzige Meichbild
der !5>tadt und zog sich sodann durch die Borstadt ^tadelhosen iu die !5>t. j2auls-,
!5>t. ^orenz- und !r>t. j?lattenstratze sjetzt bjusen- und Messenbergstratze) gegen das Ulünster
zu. Als iin j436 Bischos Heinrich von bjöwen seinen Ginzug bielt, kam er über die

bsochstratze und wurde dann in grotzer jdroeessiou durch die vorstadt !5tadelhosen in die
!^>tadt und nach dein Ulünster geleitet. Uer Lbronist !5>chultbaitz erwäbnt bierbei (Lollekt.
I ^>. j40) des alten k)erkoininens: „Gs sol auch ain bischoss nit anders inriten den wber
die L)ochstratz". Gs ist der Meg, welcher nach Mindisch sVjiuloiüs^n) sührt und über
welchen zu Zeiten Rönig Lhlotar I suin 653^58) Bischos Ulaxiinus den bsirtenstab vom
alten Bindonissa nach Lonstanz getragen hat, was in sroinmer Grinnerung erhalten
werden wollte.

elrrmerkung. Zum besseru verstäuduiß des Gesagtcu ist obe» eiue Skizze der Ausgrabuugeu auf dem
Ntüusterplatze beigedruckt. Vie wciter beigedruckteu plärtcheu der Nömerrastelle iu uuserui beuachbarteu Zürich s'lüuieuiu)
uud Burg-Steiu s'ruszötinm) salleu cs dem Leser ermöglicheu, sich durch vergleichuug derselbcu eiue uugefähre varstelluug
davou zn uiacheu, wie etwa das Loustauzer Lastell ausgeseheu habeu mag.

(Fartsetzuug falgt.)

*) „Zeugen des römischen Straßennetzes siud die Worte kseerstraße (vis uülituris) uud Lsochstraße d. h.
der aufgemauerte weg iui Gegeusatz znm germ. Unnppeldainm." v>. Bacineister, all. wand. S. 59. !N. vgl. auch F. I.
wlone, Urgesch. >. S. und kseft -t, S. 20 des württ. Alterth.-Ver. Auss. v. (paulus).

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