Münsterbau-Verein <Konstanz>   [Hrsg.]
Das Alte Konstanz: Stadt u. Diöcese in Schrift u. Stift dargest. — 1.1881

Seite: 38
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Ueber den römischen Ursprung und die erste 2lnlage

der ^tadt Lonstanz.

m.

(Schluß.)

as nun aber die vorbin bernbrten Ansgrabungen entlang
der Uochstraße betrifst, so lassen wir biernber den Uerrn
Leiner weiter erzäblen:

„Tluszer den beschriebenen Atanerwerken nnd Ziegelsrag^
menten wurde nichts Lrbebliches gesniiden', bis die Grab
arbeiten sich an den obern Atarkt und die panlsstraße
erstreckten. Uor dein Alalbans deuteten ans der Grde bsrans-
geschanselte Brnchstncke römischer Zlinphoren ans gelblichein
gebrannten Tbon ans weiter zn bossende ^unde. Bald kamen wir vor den
Lsäusern z.^ischgratb, Alalbaus nnd tkeitbnnd nnd znr l^onne wieder ans nnglacirte
tbönerne Gesäße, wie sie in ühnlichen ^orinen jetzt noch in gtalien zu seben sind,
wieder ans Hragmente rönüscher Terracotta nüt ganz gleichen Grnainenten, wie
sie ans den Baselangster ^nnden im Basler Alnsenm ansgestellt sind."

„2lns der tv-oble des Btratzeneinschnitts Uleter nnter dem jetzigen d>teiin
pslaster kamen wir nnn bald anch ans grotze römische Aachziegel, die wir vorsichtig
hoben. ^ie sind 4?— 48 Centimeter boch, 34^entimeter breit nnd 4—5 (Lenümeter
dick. gm gnnern der sargäbnlich zusammengestellten Ziegel sanden wir ein ganzes und
ein mebr zerstörtes menschliches Gerippe im tv-and. Das gnnere des Grabes, das nüt Aiegel
platten nbersargt war, war in ^olge der langen Zeit begreiftich nüt Sand ansgeschlemmt*).
Unweit dieser zwei ganzen Gräber, deren Umkleidnng 24 ganze und etliche zerbrochene rönüsche
Aiegel, wiedernm nüt den eingesnrchten Ualbkreisen, bildeten, waren anch Geripptbeile
nnd ganze !v>chädsl nnr im blosen tv-ande steckend. Der iv-chädel des ganzen nüt Aiegel
bedeckten Gerippes ist dolichocepbal. Bleben ibm lagen Brnchstncke eiserner L'anzen und
Bägel äbnlicher verrosteter Eisenstncke. Der mit allen Aübnen nnd Rnochentbeilen schön
erbaltene ^chädel an dem ganzen Gerippe, das nur in bartem )bande verscharrt vor der
Lonne ausgegraben wnrde, ist brachvcepbal. 2ln den beiden Gberarmknochen lagen
broncene Armringe nnd nebenzn ein Glas roher 2lrbeit in Aelchsorm nüt robgekerbtem
^nße, äbnlich denen, die anch schon in Bregenz gesnnden worden sind. Lin weiterer in
der Bähe im ^ande gelegener ^chädel hat etwas vom Begertspns; niedere Ltirn, starke
UAllste nber den 2lngenböblen stellen ibn den (loliclioeeplnücw pioNnillme nahe. Lr bat
an der Uirnschale einen scharsen Uieb."

*) IN. vgl. „Lon <Ii NerZnmo" v. 7. Axri! i88i über einen im Anfang dieses Frühjahrs ((881) in VeutimiAlis.
beim Abgraben eines Sandhngels gemachten Lhnlichen Fund: „8i scopsrse uns. ssrie. äi tninbs kormnts cla äus ts^oloni
a xnisri äi eg.pkunn, äai gugii si sstrsssero oltrs clis patsrs, nnt'ore, uug, striKilo in rgius s nn bossoletto ä'gvorio
äiliKSntsmente Invorsto, nuobs mui Zrnuäiseimg guantitü äi censre cocci eä smbriei coi rv8ti äi un corpicino än
t'snciullo cbinsi iu un xrsnäs vs8v äi tsrracotta."

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