Münsterbau-Verein <Konstanz>   [Hrsg.]
Das Alte Konstanz: Stadt u. Diöcese in Schrift u. Stift dargest. — 1.1881

Seite: 41
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baber, die Grdomianz- und wachtinannscbast sich befand, die sog. !5>tandlager (eü8trri
Ltativa) der zugehörigen L'ruppen, iNIilitarkolonien und bürgsrliche d7iederlassungen mebr
oder weniger eng verbunden waren. An das Lastell sich anschließende Ringmauern
schützten letztsre gegen feindliche Ueberfalle. Line folche bürgerliche Niederlassung darf
bier uin fo gewisser angenominen werden, als Lonstanz schon iin 6. Iabrbundert nach
der iin I. Tbeil eitirten !5>telle des Geogr. Rav. al5 oivitnZ schtadtbezirk) erscheint. ^enes
a I amannisch - fr änkisch e Toustanz war aber zweifellos unfere Aiederburg, dereu Ring-
inauern zu frankischer Aeit in der Richtung der jetzigen Lonradigasse und ^cheltle'schen
^örauerei — bier stund das uralte innere Aischofstbor — und nördlich oberhalb des
Zofinger Rlosters (in nnuo oivitnti8 Urk. von k2äö f. Akarinor, Topogr. !5>. äöä) fich
binzogen, nach !5üden und Gsten aber dem Akünster sich genäbert zu baben scheinen.
Ticher ist, datz die ^tefanskirche noch in Rarolingischer Ieit autzerbalb der tö>tadt
(oool68iri 8ti 8t6pll:nü 6xtrn uniro8 oivitntiZ Oon8t:urtin6 oon^truotn ote. Arief Rönig Ludwigs
von 854) gestanden bat. Mo es sich darum bandelte, einen strategisch wichtigen j?unkt
zu sichern, legten die Römer in Uerbindung mit dem Tastelle auch !5>chanzen mit
Alauern, kleinern Tbürmen, Mällen und (öräben an. Zn dieser Meise war obne
Zweifel die oben besprochene redig e rinse! befestigt. Auch gegen den sog. !5> ch otte n
(ebemaliges ebchottenkloster) bin mögen solche lOerke gestanden baben, woraus man den
oben berübrten Lund im öchottenwalle erklären mag. Gb der auf der tötadtkarte vou
(548 verzeichnets aus ungefügen ^indlingen erbaute Brochen d. i. verfallene Thurm
zwischen dem äutzeren i5>chottenthor und dem jAilvertburm römischen Ursprungs war,
lätzt sich nicht mebr bestimmen, da vor etwa 20 Iahren der letzte Ueberrest dieses
Thurmes abgerissen worden ist. t5>o ist überhaupt in den letzten 60 Iahren noch so
manches alte Aauwerk von Alt-Tonstanz verschwunden, das uns interessante Aufschlüsse
über dcn Gegenstand dieser 2lbhandlung hätte geben können. Und ebenso mag noch
Akanches in dem durch Aauen und Abreitzen, j.)flästern und Auffüllen erhöhten Voden
von Tonstanz begraben liegen und begraben bleiben, bis vielleicht ein glücklicher Zufall
zu dessen Lntdeckung führen wird.

kveiin wir aber zum Schlufse auf die bisherigen Aachrichten und (sunde aus
der Aömerzeit unserer Aaterstadt nochmals zurückblicken, so verhehlen wir uns keineswegs,
datz das Lndergebnitz einem verblatzten und verwitterten ^resko gleicht, auf welchem nur
in lwchst dürftigen ^chattenlinien und bruchstückweife hervortreten:

:i) ein Aömercastell auf der chofstatt des Atünsters nebst den daiiiit in verbin-
dung stehenden Uferbestigungen auf der j)redigerinsel,
ll) die bürgerliche Uiederlassung in der heute noch so genannten Aiederburg,
e) die Aömer oder Uochstraße mit der dazu gehörigen 8tatio „^tadelhofen",
ll) die neben dieser !5>tras;e sich hinzishende alte Gräberstätte und
o) als Gedenkmal des römisch-alamannischenvölkerkriegs die zerhauenen Atenschen-
schädel im Ziegelgrabsn und der jdetersbauser Uorstadt mit den dabei
gefundenen Tonstantinsmünzen.

ll.

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